(stm)
Die Stadtvertretung von Schwerin wird am kommenden Montag einen Antrag beraten, der eine kreative Antwort auf das Problem des Mangels an öffentlichen Toiletten in Schwerin bieten könnte. Das MItglied der Stadtvertretung Anita Gröger (ask) schlägt vor, das Konzept der „Netten Toilette“ als Übergangslösung in Schwerin zu etablieren.
Was ist die „Nette Toilette“?
Das Konzept sieht vor, dass Gastronomen ihre Toiletten kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Im Gegenzug erhalten sie finanzielle Unterstützung von der Stadt. In Städten wie Aalen, Parchin und Berlin ist dieses Modell bereits erfolgreich im Einsatz und könnte auch in Schwerin kurzfristig Abhilfe schaffen. Insbesondere im Innenstadtbereich fehlen barrierefreie, öffentliche Toiletten, und die „Nette Toilette“ soll diese Lücke füllen, bis neue Anlagen gebaut werden. Über APP und Ausschilderungen würden dann Toiletten-Suchende über teilnehmende Gastronomen und Einzelhändler informiert.
Hier gibt es mehr Info zu dem Projekt „Nette Toilette“
Warum ist das jetzt wichtig?
Schwerin bereitet sich auf große Veranstaltungen vor, wie den Tag der Deutschen Einheit, bei dem weit über 100.000 Besucher erwartet werden. Der Mangel an öffentlichen Toiletten sorgt regelmäßig für Unmut – sei es durch gelegentliche Ausfälle oder Vandalismus. Gröger verweist in ihrem Antrag auf die dringende Notwendigkeit, schnelle und kosteneffiziente Lösungen zu finden, um „Wildpinkelei“ zu verhindern und den Besuchern der Stadt ausreichend sanitäre Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Auch die in den nächsten Monaten und Jahren zunehmende Zahl an Welterbe Besuchern wären auf zusätzliche stille Örtchen angewiesen.
Offene Fragen zur Finanzierung
Während das Konzept grundsätzlich vielversprechend klingt, sind noch nicht alle finanziellen Details geklärt. Die Stadtverwaltung hat in ihrer Stellungnahme vom 5. September 2024 darauf hingewiesen, dass im Antrag kein konkreter Vorschlag zur Finanzierung gemacht wurde. Andere Städte zahlen Gastronomen im Rahmen der „Netten Toilette“ etwa 100 Euro im Monat. In Schwerin müsste jedoch erst geklärt werden, welche Betriebe bereit wären, sich zu beteiligen und wie hoch die Kosten für die Stadt ausfallen würden. Deswegen schlägt die Stadt vor, dass die ask ihren Antrag in einem Prüfantrag umwandelt.
Erste Beratung am Montag
Ob das Konzept tatsächlich in Schwerin umgesetzt wird, könnte am kommenden Montag in der Stadtvertretung erstmals beraten werden. Die Stadtverwaltung hat empfohlen, den Antrag zunächst als Prüfantrag zu behandeln, um die Kosten und Umsetzbarkeit genauer zu untersuchen. Sollte die „Nette Toilette“ in Schwerin kommen, könnte das nicht nur die Toiletensituation in der Innenstadt verbessern, sondern auch langfristig den städtischen Haushalt entlasten.
Im Vergleich zu den Baukosten einer neuen öffentlichen Toilette, die einmalig etwa 130.000 Euro kosten und jährlich rund 30.000 Euro Unterhalt erfordern, wären die Zuschüsse an Gastronomen deutlich günstiger. Ein Beispiel aus Aalen zeigt, dass die Stadt dort jährlich etwa 28.800 Euro für 30 Toiletten zahlt.
Ob diese Rechnung aufgeht, und wie die Stadtvertretung zu dem Antrag entscheiden wird, kann am Montag ab ca 17 Uhr in Echtzeit bei der Liveübertragung der Sitzung mitverfolgt werden. Hier geht es dann zu dem Livestream: www.schwerin.de/stream
Hier können der Antrag, sowie die Stellungnahme der Verwaltung eingesehen und heruntergeladen werden:
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