Erst teurer, jetzt tot: Schwerins Nahverkehr steht heute trotzt Preissteigerungen komplett still.

Am heutigen Montag, 2. Februar, steht der öffentliche Nahverkehr in Schwerin still: Wegen eines von ver.di angekündigten Warnstreiks entfallen sämtliche Fahrten auf allen Bus- und Straßenbahnlinien der Nahverkehr Schwerin GmbH. Der Betreiber bittet Fahrgäste, wenn möglich auf alternative Verkehrsmittel auszuweichen. Der Regelbetrieb soll am Dienstag, 3. Februar, ab 4 Uhr wieder anlaufen – einzelne Verzögerungen seien dabei nicht ausgeschlossen.

Brisant ist das Timing: Erst seit dem 1. Februar gilt im Schweriner Nahverkehr eine Tarifreform – inklusive Preissteigerungen. Eine Einzelfahrkarte im Stadtnetz kostet nun 2,70 Euro statt 2,50 Euro, im Gesamtnetz 4,00 Euro statt 3,70 Euro.

Die Stadt nennt als Gründe unter anderem gestiegene Kosten für Personal, Energie und Treibstoffe sowie höhere Aufwendungen bei Wartung, Material und externen Dienstleistungen. Auch Investitionen in die Infrastruktur – insbesondere das Schienennetz – sowie zusätzliche Anforderungen etwa bei Barrierefreiheit und Klimaschutz spielten eine Rolle.

Parallel wurde das Ticketsortiment ausgedünnt: Laut Landeshauptstadt Schwerin entfallen unter anderem Semesterticket, Petermännchenkarte und Wochenkarte. Die Familientageskarte wird durch eine Gruppentageskarte ersetzt, die bis zu fünf Personen unabhängig vom Familienstand nutzen können. Digital gekaufte Tickets (App/IDA) bleiben weiterhin zehn Prozent günstiger als Papiertickets.

Der Streik ist Teil eines bundesweiten Konflikts im kommunalen Nahverkehr: ver.di ruft laut eigenen Angaben am 2. Februar bundesweit zu Arbeitsniederlegungen auf.


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