Keltengold-Krimi vor den Toren Schwerins: Ermittler suchen erneut in Plate

(stm) Der Schatz ist weg. Die Täter sind verurteilt. Und trotzdem stehen Ermittler wieder in Plate und suchen weiter.

Seit Montag durchsuchen Spezialisten erneut ein Grundstück in der Gemeinde südlich von Schwerin. Es geht um das gestohlene Keltengold aus dem Kelten-Römer-Museum Manching. Der Schatz war im November 2022 aus dem Museum geraubt worden. Es handelte sich um Hunderte keltische Goldmünzen und einen Goldgusskuchen – zusammen rund drei Kilogramm Gold. Ein Teil wurde später eingeschmolzen sichergestellt, große Teile der Beute fehlen aber bis heute. Goldwert alleine dürfte bei über 350.000 € liegen. Der historische Wert natürlich um ein vielfaches, nahezu unbezahlbar.

Dass nun ausgerechnet wieder in Plate gesucht wird, macht den Fall für die Region besonders brisant. Denn es ist nicht die erste Suche dort. Nach aktuellen Berichten sind die Ermittler bereits am zweiten Tag im Einsatz. Das etwa 1.000 Quadratmeter große Grundstück soll Stück für Stück durchsucht werden. Bislang offenbar ohne Fund. Die Suche soll fortgesetzt werden.

Bemerkenswert ist: Die erneute Durchsuchung soll nicht zufällig erfolgen, sondern wegen eines neuen Verdachts. Was genau dahintersteckt, ist öffentlich nicht bekannt. Gerade das macht den Fall so spannend. Ermittler rücken nicht ohne Grund mit erheblichem Aufwand ein zweites Mal an.

Vor Ort soll Spezialtechnik eingesetzt werden, darunter Gold- und Bargeldspürhunde, Radartechnik sowie ein sogenannter Scan Van des Zolls. Mit solcher Technik können Bereiche durchleuchtet und auffällige Strukturen erkannt werden. Der Einsatz wirkt weniger wie eine Routinekontrolle, sondern eher wie die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.

Natürlich drängt sich eine Frage auf: Wie wahrscheinlich ist es, dass professionelle Diebe einen der bekanntesten Goldschätze Deutschlands ausgerechnet im eigenen Umfeld verstecken? Im eigenen Haus, im Garten, in einer Garage, auf einem Grundstück? Das wirkt auf den ersten Blick absurd. Aber irgendwo muss der verschwundene Teil geblieben sein.

Möglich ist vieles: Teile könnten weitergegeben, versteckt, vergraben, eingeschmolzen oder aufgeteilt worden sein. Öffentlich bekannt ist derzeit nicht, ob die aktuelle Suche auf neuen Aussagen, technischen Auswertungen oder anderen Hinweisen beruht.

Klar ist aber: Die Spur führt wieder in unmittelbare Nähe Schwerins. Plate liegt nur wenige Kilometer entfernt. Wer die Gegend kennt, weiß: Zwischen Grundstücken, Garagen, Schuppen, Wäldern, Feldern und Seen gibt es viele Orte, an denen etwas verschwinden könnte. Genau das macht diesen Fall so greifbar. Er spielt nicht irgendwo weit weg in Bayern. Er berührt plötzlich die Nachbarschaft.

Vor Gericht wurden im vergangenen Jahr mehrere Männer zu Haftstrafen verurteilt. Der Verbleib des Goldes blieb trotzdem offen. Nach aktuellen Berichten ist das Urteil gegen den Haupttäter noch nicht rechtskräftig. Zudem soll gegen seine Partnerin wegen Geldwäsche ermittelt werden.

Ob in Plate tatsächlich noch Keltengold gefunden wird, ist völlig offen. Vielleicht endet die Suche ohne Ergebnis. Vielleicht liegt der entscheidende Hinweis längst woanders. Vielleicht aber bringt gerade dieser erneute Einsatz Bewegung in einen der spektakulärsten Kunstdiebstähle der vergangenen Jahre.

Für Schwerin und Umgebung bleibt damit eine Frage, die fast zu verrückt klingt, um sie nicht zu stellen: Liegt ein Teil des berühmten Keltengoldes tatsächlich irgendwo direkt vor unserer Haustür?


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