(red/stm) Schwerin. Es ist ein Thema, über das zu selten offen gesprochen wird – obwohl Schweigen im schlimmsten Fall tödlich sein kann. Wie die Landeshauptstadt Schwerin in einer Pressemitteilung mitteilt, lädt die Initiativgruppe für Suizidprävention Schwerin am 20. Mai 2026 zu ihrer zweiten Fachveranstaltung ein. Die Veranstaltung findet von 16 bis 18 Uhr im Festsaal der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik statt. Eingeladen sind neben Fachpublikum ausdrücklich auch interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Im Mittelpunkt stehen die Suizidzahlen in Schwerin der vergangenen Jahrzehnte. Nach Angaben der Stadt haben diese im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Gegenüber 2024 sei die Zahl der Menschen, die durch Suizid verstorben sind, in Schwerin von 12 auf 28 gestiegen. Eine Entwicklung, die nach Darstellung der Stadt auch bundesweit zu beobachten sei.
Die Fachveranstaltung soll jedoch nicht bei Zahlen stehenbleiben. Vorgestellt werden auch bestehende Hilfs- und Unterstützungsstrukturen sowie neue Ansätze der Prävention. Einen Einblick gibt es unter anderem in das neu gegründete norddeutsche Hamburger Netzwerk zur Suizidprävention, kurz HANS. Anschließend ist ein intensiver Austausch zwischen Fachleuten, Akteuren aus dem Gemeinwesen und interessierten Teilnehmenden geplant.
Als Referentinnen und Referenten angekündigt sind unter anderem Prof. Dr. Dr. Isgard Ohls, Leitende Ärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Lehrstuhlinhaberin für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Schwerin der MSH, Dr. Klaas Winter für den Sozialpsychiatrischen Dienst in Schwerin sowie Paula Koudmani vom Hamburger Projekt IN VIA/U25.
In der Schweriner Initiativgruppe für Suizidprävention arbeiten verschiedene Akteure aus dem Gemeinwesen zusammen. Dazu gehören nach Angaben der Stadt unter anderem die Evangelische und Katholische Kirche, die Vielfalter GmbH, die Helios-Kliniken und der städtische Fachdienst Gesundheit. Ziel ist es, Suizidprävention sichtbarer zu machen, Hilfen besser zu vernetzen und Hemmschwellen abzubauen.
Hinweis: Wer selbst in einer akuten Krise ist oder sich Sorgen um einen anderen Menschen macht, kann sich rund um die Uhr anonym und kostenlos an die TelefonSeelsorge wenden: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. In akuten Notfällen gilt der Notruf 112. Die TelefonSeelsorge bietet außerdem Beratung per Chat und Mail an.











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