(stm)

Die Schweriner Stadtvertretung hat den Antrag zur Prüfung des Konzeptes der „Netten Toilette“ als Übergangslösung beschlossen. Nach kruzer Diskussion wurde der Vorschlag mit 13 Gegenstimmen und einigen Enthaltungen angenommen und als Prüfantrag formuliert. Ziel ist es, die bestehenden Herausforderungen in Bezug auf öffentliche Toiletten schnell und praktikabel anzugehen.

Anita Gröger (ask) brachte den Antrag ein und betonte, dass das Konzept als Übergangslösung gedacht ist, bis barrierefreie Toiletten im Innenstadtbereich installiert werden können. Sie unterstrich, dass die aktuelle Situation der öffentlichen Toiletten in Schwerin unzureichend sei und eine kurzfristige Maßnahme erforderlich sei, um die Situation zu verbessern. Das Konzept der „Netten Toilette“ sei ein in vielen anderen Städten erprobtes Modell. So funktioniere das in anderen Städten wie Bremen, Chemnitz, Dortmund, Erfurt, Essen, Erlangen, Flensburg, Freiburg, Gütersloh, Kaiserslautern, Kiel, Lübeck, Mannheim weitestgehend gut. Gerade mit Blick auf die zusätzlichen Besucherzahlen durch den Welterbestatus erfordern neue Ansätze und Ideen.

Das Konzept der „Netten Toilette“

Die „Nette Toilette“ funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Gastronomiebetriebe stellen ihre Toiletten der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung und erhalten dafür eine finanzielle Entschädigung von der Stadt. Das Konzept hat sich in 314 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz bewährt, darunter Bremen, Dortmund, Essen und Flensburg. 2015 wurde die „Nette Toilette“ bereits einmal in Schwerin vorgeschlagen, jedoch damals von der Stadtverwaltung beschwichtigend abgelehnt. Henning Förster (Linke) erinnerte daran, dass die Stadt seinerzeit der Meinung war, es gäbe genug öffentliche Toiletten. Heute seien es jedoch deutlich mehr Städte, die das Modell erfolgreich umsetzen.

Verschiedene Meinungen in der Diskussion

Steffen Beckmann (AfD) äußerte sich ablehnend zum Konzept und stellte infrage, ob damit wirklich das Grundproblem gelöst werde, da keine neuen Toiletten geschaffen würden. Auch die Nutzung in den Nachtstunden sei weiterhin nicht geklärt.

Daniel Alff (SPD) wies darauf hin, dass die Teilnahme für Gastronomen freiwillig sei und sie nicht verpflichtet sind, ihre Toiletten für die Öffentlichkeit freizugeben. Alff äußerte, er sei gespannt auf die weiteren Beratungen und wolle die Ergebnisse der Prüfung abwarten.

Der Antrag wurde in einen Prüfantrag umgewandelt, sodass nun eine genauere Analyse der Kosten und Rahmenbedingungen erfolgt. Sollte sich das Konzept als tragfähig erweisen, könnte es eine kurzfristige Lösung für das Toilettenproblem in Schwerin bieten, bis größere Maßnahmen umgesetzt werden können. Zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung im November wird das Ergebnis der Prüfung erwartet.


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