(stm) Die SG Dynamo Schwerin hatte zum Arbeitseinsatz gerufen – viele Fans und Mitglieder kamen, um gemeinsam anzupacken. Doch während der Blick über den Sportplatz schweifte, wurde deutlich: Hier fehlt etwas Entscheidendes. Dynamo kritisiert die Stadt Schwerin scharf und fordert endlich eine angemessene Infrastruktur für den Verein.

Ein Verein ohne würdige Heimat?

Rückblick: Am 13. Dezember 2010 beschlossen die Stadtvertreter den Entwicklungsplan Fußball. Die traditionsreiche Paulshöhe sollte geschlossen werden, Dynamo wurde eine neue Heimstätte im Sportpark Lankow in Aussicht gestellt. Elf Jahre später, 2021, verkündete der Oberbürgermeister, dass 6,7 Millionen Euro in die neue Sportanlage investiert worden seien – der Verein könne bald umziehen. Doch was folgte, war für die Schweriner Dynamo ein Desaster.

Am 4. Juni 2022 bestritt die SG Dynamo Schwerin vor rund 2.200 Zuschauern das letzte Spiel auf der Paulshöhe und feierte den Aufstieg in die NOFV-Oberliga Nord. Seit eineinhalb Jahren ist Dynamo der einzige Vertreter der Landeshauptstadt in dieser Klasse – und kämpft um den Klassenerhalt. Der Verein selbst hat rund 75.000 Euro in den Sportplatz investiert, ohne jegliche finanzielle Unterstützung der Stadt. Und doch fehlt es an den grundlegendsten Dingen.

„Habt ihr es gemerkt? Was fehlt?“

In einem aktuellen Video ruft der Verein eindringlich zur Unterstützung auf. Die zentrale Frage lautet: Was fehlt hier, was auf anderen Sportplätzen selbstverständlich ist?

Die Antwort: Ein Sozialtrakt.

Die Umkleidekabinen, die Geschäftsstelle und die Schiedsrichterkabinen sind gut 300 Meter vom Spielfeld entfernt – ein unhaltbarer Zustand. Besonders brisant: Seit Sommer 2024 ist das Gebäude teilweise gesperrt. Ab Sommer 2025 wird es für mindestens ein Jahr saniert. Dann steht Dynamo komplett ohne Infrastruktur da. Wohin dann? In eine nahegelegene Sporthalle? Auf die andere Straßenseite?

„Schwerin wirbt mit dem Slogan: Stadt der kurzen Wege. Aber gilt das auch für Dynamo?“, fragen die Vereinsverantwortlichen.

Eine unzumutbare Situation

Ohne Sozialtrakt gibt es keinen Klubraum, keinen Treffpunkt für Sponsoren, keine Versammlungen, keine Vereinsfeiern. Während der FC Mecklenburg Schwerin über großzügige Räumlichkeiten für Sponsorenveranstaltungen verfügt, bleibt Dynamo nur die provisorische Lösung in einem behelfsmäßigen Fantreff.

Appell an Stadt und Politik

Dynamo fühlt sich im Stich gelassen. Der Verein hat viel Eigenleistung erbracht, doch die grundlegende Unterstützung von Seiten der Stadtpoliti und Stadtverwaltung fehlt. Die Forderung ist klar: Ein Sozialgebäude direkt am Sportplatz – eine absolute Notwendigkeit für einen leistungsorientierten Verein, der in einer höheren Liga spielt als der von Stadtpolitik und Stadtverwaltung gehypte FC Mecklenburg.

Die Vereinsverantwortlichen richten deshalb einen dringenden Appell an den Oberbürgermeister und die Stadtvertretung:

„Unterstützt uns mit einem Sozialgebäude direkt an unserem Sportplatz! Auch wir wünschen uns ein Vereinsleben, wie es aktuell nicht möglich ist.“

Ob und wie die Stadt darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die SG Dynamo Schwerin wird nicht leise sein, wenn es um die Zukunft des Vereins geht.

Hier kann das emotionale Video der SG Dynamo Schwerin, in dem die maroden Zustände kritisiert werden, angesehen werden:

https://www.facebook.com/meinesgd/videos/1690995768465232


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