(stm) Die Landeshauptstadt Schwerin könnte bald eine innovative Übergangslösung für ein dringendes Bedürfnis in der Innenstadt bekommen: das Projekt „Nette Toilette“. Dabei sollen Gastronomiebetriebe ihre Toiletten für die Öffentlichkeit zugänglich machen, bis neue barrierefreie öffentliche Toiletten installiert werden können. Eine erste Umfrage unter Schweriner Unternehmen zeigt: Die Idee stößt durchaus auch auf positive Resonanz.
Stadtvertretung beauftragt Prüfung
Bereits am 16. September 2024 hatte die Stadtvertretung Schwerins auf einen Antrag der „Akstionsgruppe Stadt und Kulturschutz (ask), Anita Gröger hin beschlossen, das Konzept der „Netten Toilette“ als mögliche Zwischenlösung zu prüfen. Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier wurde beauftragt, die Umsetzbarkeit zu untersuchen. Ziel war`s, die Versorgung mit öffentlichen Toiletten in Schwerin kurzfristig zu verbessern, bis langfristige barrierefreie Lösungen realisiert werden können.
Umfrage zeigt Interesse
Zwischen dem 31. Januar und 21. Februar 2025 führte die Fachgruppe Wirtschaft & Tourismus eine Online-Umfrage unter dem Titel „Eine Nette Toilette für Schwerin?“ durch. Ziel war es, die Bereitschaft von Unternehmen aus Hotellerie, Beherbergung und Gastronomie zu testen und mögliche Bedenken zu identifizieren.
Das Ergebnis: Von 24 Betrieben gaben 23 vollständige Rückmeldungen – und 7 Gastronomen sehen die Idee positiv. (Wären immerhin 7 „Örtchen“ mehr als bisher).
„Es wird vorgeschlagen, mit den Unternehmen, die verbindlich zugesagt haben, über die Möglichkeiten der Umsetzung zu sprechen. Gegebenenfalls könnte das Projekt, bei verfügbaren Haushaltsmitteln, mit einem Probejahr starten.“, heißt es in der Informationsvorlage der Stadtvertretung. Einige Betriebe signalisierten Interesse, sich an dem Projekt zu beteiligen, und einige haben demnach sogar verbindliche Zusagen gemacht. Nun wird vorgeschlagen, mit diesen Unternehmen konkrete Gespräche über die Umsetzung zu führen.
Nächste Schritte: Ein Probejahr?
Die Stadtverwaltung plant, das Projekt weiter zu verfolgen. Voraussetzung ist jedoch die Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln. Sollten diese bereitgestellt werden können, könnte die „Nette Toilette“ bereits mit einem Probejahr starten. Dabei würden teilnehmende Betriebe ihre Toiletten für die Öffentlichkeit öffnen – eine unbürokratische und kostengünstige Lösung, die sowohl Besucherinnen und Besuchern als auch der Stadt zugutekäme.
Positive Signale für Schwerin
Das Konzept der „Netten Toilette“ ist in anderen Städten bereits erfolgreich erprobt worden und könnte auch für Schwerin ein Gewinn sein. Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, hängt nun von den weiteren Verhandlungen und der Haushaltslage ab. Und hier ist das „Problem“, denn die Finanzlage der Stadt ist angespannt. Ob es alternative Finanzierungsmöglichkeiten gibt, ist offen und wird sich zeigen.
Hier gibt es Informationen zu dem Projekt:
https://www.die-nette-toilette.de/
Hier kann die Informationsvorlage sowie die Auswertung der Befragung eingesehen und heruntergeladen werden:
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