(fab)

Die Sonderausstellung „Schwerin. Die Stadt der Großherzöge“, die seit dem 6. März 2025 in der Puschkinstraße 61/65 zu sehen ist, steht trotz Bundesfördermitteln in der Kritik – wegen mangelnder Barrierefreiheit. Der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt Schwerin hatte im Vorfeld konkrete Fragen gestellt, nachdem der Eingang der Ausstellungsräumlichkeit mit Stufen versehen ist und keine sofortigen Lösungen für Menschen mit Behinderungen erkennbar waren.

Fördergelder, aber keine barrierefreien Räume?

Wie Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier in seiner Stellungnahme erklärte, wurde die Ausstellung durch Bundesmittel und in Kooperation mit dem Verein „Welterbe Schwerin“ finanziert. Die Wahl des Ladenlokals begründete er mit der „schwierigen Suche“ nach barrierefreien Alternativen in der Innenstadt. Man muss hier jedoch fragen, warum bei der Verwendung öffentlicher Gelder nicht von vornherein auf zugängliche Räumlichkeiten geachtet wurde.

Mobile Rampen statt fester Lösungen

Zwar gibt es laut der Stadt seit zwei mobile Rampen, die von Aufsichtspersonal bei Bedarf positioniert werden können, und eine geschlossene Rampe soll „in absehbarer Zeit“ folgen. Doch dies widerspricht dem Gedanken der Barrierefreieheit, nach dem Menschen mit Einschränkungen selbstständig ohne Hilfe von Außen Teilhabe ermöglich werden soll. Zudem sei die aktuelle Abhängigkeit vom Personal für viele Besucher unpraktisch.

Fehlende Angebote für Blinde und Sehbehinderte

Auf die Frage nach speziellen Angeboten für blinde und sehbehinderte Menschen verwies die Stadt auf größere Schriftkontraste und digitale Bildschleifen. Eine Audiobeschreibung oder QR-Codes mit vertonten Informationen sucht man jedoch vergeblich. Hier wurde eine Chance verpasst, Inklusion aktiv zu gestalten.

Kommentar: Nachbesserungen dringend erforderlich

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. August 2025 – Eigentlich Zeit genug, um nachzubessern.

Hier kann die Anfrage nebst Beantwortung durch den Oberbürgermeister eingesehen und heruntergeladen werden:


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