(stm) Die Landeshauptstadt sucht einen engagierten Nutzer für das historische Gebäude in der Landesrabbiner-Holdheim-Straße 7. Das unter Denkmalschutz stehende Haus aus dem 18. Jahrhundert wird im Erbbaurecht vergeben. Interessenten können sich noch bis zum 30. Juni 2025 mit einem Konzept bewerben.

Das zweigeschossige Gebäude mit Saalanbau verfügt über eine Nutzfläche von 312,7 Quadratmetern und steht auf einem 508 Quadratmeter großen Grundstück in zentraler Lage. Bis zum Stadtzentrum sind es nur wenige Gehminuten, der Hauptbahnhof ist in rund 15 Minuten zu Fuß erreichbar. Der bauliche Zustand wird als mangelhaft eingestuft, weshalb eine denkmalgerechte Sanierung zwingend erforderlich ist.

Vielseitige Nutzungsmöglichkeiten

Die Stadt Schwerin setzt auf ein kreatives Nutzungskonzept, das den historischen Charakter des Hauses bewahrt und gleichzeitig einen Mehrwert für die Stadtgesellschaft schafft. Denkbar sind kulturelle, soziale oder gemeinnützige Nutzungen, etwa als Begegnungsstätte, Veranstaltungsort oder Bildungszentrum.

„Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte und bietet viel Potenzial. Wir suchen einen Partner, der es mit Respekt vor der Historie wiederbelebt“, sagt Antje Heidtke, Teamleiterin Liegenschaften im Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt.

Erbbaurecht mit klaren Bedingungen

Das Erbbaurecht wird für eine Laufzeit von 60 bis 99 Jahren vergeben. Der Mindest-Erbbauzins liegt bei 8.700 Euro jährlich, kann jedoch bei gemeinnütziger Nutzung reduziert werden. Entscheidend für die Vergabe ist zu 70 Prozent die Qualität des Nutzungs- und Sanierungskonzepts, zu 30 Prozent der gebotene Erbbauzins.

Bewerber müssen innerhalb von fünf Jahren nach Vertragsabschluss einen Bauantrag vorlegen und die Sanierung umsetzen. Eine Belastung des Erbbaurechts zur Finanzierung der Sanierungskosten ist bis zu 90 Prozent möglich – vorausgesetzt, die Stadt stimmt zu.

Historisches Erbe mit Zukunft

Das Gebäude blickt auf eine wechselvolle Nutzung zurück: Es war einst Gasthaus mit Kegelbahn, später Soldatenheim, Sitz der Mecklenburgischen Kartoffel-Großhandelsgesellschaft und sogar Wärmehalle für Erwerbslose während der Weltwirtschaftskrise. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten es die Volksmusikschule und das Staatliche Sinfonieorchester, zuletzt die Jüdische Gemeinde.

Die vollständigen Ausschreibungsunterlagen sind auf der Website der Landeshauptstadt Schwerin verfügbar. Rückfragen beantworten das ZGM sowie die Fachbereiche Stadtplanung und Denkmalschutz.


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