(fab) Nach einem gewalttätigen Vorfall an der Berthold-Brecht-Schule in Schwerin zeigt sich die Stadtverwaltung offiziell nicht zuständig – und verweist auf das Bildungsministerium. Dabei soll das Thema bereits im nicht-öffentlichen Teil der Stadtvertretersitzung am Montag zur Sprache gekommen sein. Dort zeigte sich die Verwaltung nach Informationen von www.schwerin.news offenbar unwissend. Das die Pressestelle der Stadt nun so abweisend reagiert verwundert deswegen umso mehr.

Ein Video kursiert – die Stadt schweigt

www.schwerin.news liegt ein Video vor, das eine gewaltsame Auseinandersetzung zeigt, mutmaßlich mit Beteiligung einer Schülerin der Brecht-Schule. In dem Video ist zu sehen, wie eine Schülerin von Mitschülerinnen zu Boden geworfen und mehrfach hart getreten wird. Der genaue Ablauf ist noch ungeklärt. http://www.schwerin.news sprach mit Angehörigen der Schülerin.

Die Stadt sieht sich nicht in der Verantwortung

In einer Presseanfrage bat http://www.schwerin.news um Auskunft: Kennt die Stadt den Vorfall? Was wird unternommen? Wird zusätzliche sozialpädagogische Unterstützung erwogen?

Die Antwort von Fachdienstleiterin Manuela Gabriel fällt knapp aus:

„Die Landeshauptstadt Schwerin als Schulträgerin ist für die inneren Schulangelegenheiten, wozu auch dieses Thema gehört, nicht zuständig.“

Verwiesen wird stattdessen auf die Zentrale Leitstelle für schulpsychologische Notlagen beim Bildungsministerium.

Widersprüchliche Signale

Die Antwort der Stadt verwundert umso mehr, da der Vorfall laut http://www.schwerin.news-Informationen bereits im nicht-öffentlichen Teil der Stadtvertretung am Montag durch den ask Stadtvertreter angesprochen wurde – dort habe sich die Verwaltung ahnungslos gezeigt. Wurden Hinweise übersehen oder nicht weitergegeben, auch eine Mail des Stadtvertreters die bereits am Freitagabend versandt wurde, in der der Oberbürgermeister aufgefordert wird, hier dringend und umgehend zu handeln, blieb demnach bis heute unbeantwortet.

Ein gefährliches Signal

Weder gibt es bisher eine öffentliche Stellungnahme der Schule (www.schwerin.news hat auch hier eine schriftliche Anfrage gestellt, die bis heute unbeantwortet geblieben ist), noch Hinweise auf konkrete Schutzmaßnahmen oder psychologische Betreuung für betroffene Schülerinnen und Schüler. Stattdessen entsteht der Eindruck, als schiebe man sich auf Verwaltungsebene die Zuständigkeiten hin und her und wolle sich dem Thema nicht annehmen.

Kommentar:
Formaljuristisch mag die Zuständigkeit beim Land liegen – politisch und gesellschaftlich ist jedoch auch die Stadt gefragt, wenn es an ihren Schulen zu Gewalttaten kommt. Prävention und Aufklärung dürfen nicht an verwaltungstechnischer Kleinteiligkeit scheitern. Kinder brauchen Schutz – und Erwachsene, die Verantwortung übernehmen.


Werbung:



Werbung:





Entdecke mehr von schwerin.news

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Auch interessant: