(fab) In einer Anfrage an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin hat der Stadtvertreter der ask auf einen offenbar zunehmenden Rattenbefall in mehreren Straßen des Stadtteils Neu Zippendorf hingewiesen. Betroffen sind nach Angaben von Anwohnenden demnach die Arno-Esch-Straße, Dr.-Martin-Luther-King-Straße, Friedrich-Engels-Straße und Bertha-von-Suttner-Straße. Anwohnende berichten übereinstimmend von zahlreichen Sichtungen – mitten am Tag, in unmittelbarer Nähe zu Wohnungen, auf Mülltonnen oder Parkplätzen.
Nach Angaben eines Anwohners seien sogar bereits Mietparteien ausgezogen, andere würden ihre eigenen Balkone oder Stellplätze aufgrund von Gestank und verendeten Tieren meiden. Die Aussagen seien durch Videoaufnahmen untermauert, die das Ausmaß der Situation deutlich zeigen sollen. (Der Redaktion liegen entsprechende Videoaufnahmen vor.)
Stadt: Keine offiziellen Meldungen – daher keine Maßnahmen
Die Stadtverwaltung weist die Vorwürfe in ihrer Antwort zurück: Bislang seien keine aktuellen Befallsmeldungen aus den genannten Straßenzügen beim Fachdienst Gesundheit oder beim Ordnungsamt eingegangen. Ohne formale Anzeige durch Eigentümer oder Nutzungsberechtigte sehe die Stadt keine rechtliche Grundlage für ein Einschreiten.
Nach § 2 der Landesverordnung zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen M-V (GesSchädBLVO M-V) sind Betroffene verpflichtet, einen Befall unverzüglich dem Gesundheitsamt zu melden, sofern eine konkrete Gesundheitsgefahr vermutet werden kann. Ratten im Freiland müssen demnach nur dann bekämpft werden, wenn die Übertragung von Krankheitserregern auf Menschen droht.
Anwohnende sollen aktiv werden
Die Verwaltung bittet nun um detaillierte Hinweise aus der Bevölkerung: Hausnummern, Ansprechpartner für mögliche Begehungen, Fotos von Schlupflöchern, überquellenden Müllbehältern oder toten Tieren – all das könne zur Einschätzung der Lage beitragen. Die Stadt verweist dafür auf folgende Kontaktmöglichkeiten:
📧 gesundheitsamt@schwerin.de
📞 0385 545-2866 (Herr Völkers)
Keine Kontrolle an Schule – Rattenbekämpfung in der Kanalisation
Obwohl auch Sichtungen auf dem Gelände einer nahegelegenen Grundschule gemeldet wurden, gab es dort laut Stadtverwaltung bisher keine Kontrolle im Zusammenhang mit Schädlingsbefall, da es von dort noch keine Meldung von betroffenen gab.
In ihrer Antwort verweist die Stadt auf regelmäßige Köderauslegungen in der Kanalisation durch die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE). Auch die Zusammenarbeit mit der Stadtreinigung SDS sei etabliert, etwa beim Austausch nicht geeigneter Abfallbehälter. Sollte die Stadt Eigentümerin eines betroffenen Grundstücks sein, würden weitere Ämter wie das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) oder das Grünflächenamt eingebunden.
Unterstützung für Mieter? Verantwortung liegt bei Eigentümern
Die Stadt macht deutlich: Für die Schädlingsbekämpfung sind grundsätzlich Eigentümer und Nutzungsberechtigte verantwortlich. Diese müssten auch professionelle Schädlingsbekämpfungsunternehmen beauftragen. Mieterinnen und Mieter selbst seien angehalten, das Nahrungsangebot für Ratten möglichst gering zu halten – zum Beispiel durch den Verzicht auf das Wegwerfen von Speiseresten in Toilette oder Natur, und durch korrekte Müllentsorgung.
Das Gesundheitsamt biete auf Wunsch Beratung an, lobt jedoch die generelle Kooperationsbereitschaft der Eigentümer in bisherigen Fällen.
Hinweise auf Rattenbefall bitte melden an:
📧 gesundheitsamt@schwerin.de
📞 0385 545-2866 (Herr Völkers)
Hier kann die Anfrage des ask stadtvertreter nebst der Antwort des Oberbürgermeister eingesehen und heruntergeladen werden:



















