(stm)
Wenn man an Gespenster in Schwerin denkt, fällt den meisten zuerst das Petermännchen ein. Doch kaum jemand kennt den Pück, einen frechen Geist, der einst über Jahrzehnte als „Knecht“ des Franziskanerklosters in Schwerin wirkte – und für Schrecken und Staunen zugleich sorgte.
Zwei Mönche und ein ruheloser Geist
Auf dem Rückweg von Lübeck kehrten zwei Franziskanermönche bei einem Edelmann in Kl. Brütz ein. Sein Haus aber wurde von einem ruhelosen Geist heimgesucht, der die Bewohner Nacht für Nacht quälte. Neugierig brachte der Edelmann die Mönche in das berüchtigte Gemach – und tatsächlich: Der Geist begann, die Gäste mitten in der Nacht auf alle erdenkliche Weise zu necken.
Doch statt sich einschüchtern zu lassen, sprach einer der Mönche den Geist als „Bruder“ an. Überraschenderweise bot der freche Pück an, fortan als Diener zu wirken – gegen einen ungewöhnlichen Lohn: einen bunten Rock mit Glocken.
Ein Geist, der Wunder vollbrachte
Von da an half der Pück im Kloster: Er weckte die Brüder pünktlich zur Messe, erledigte schwere Arbeiten und packte in der Küche mit an. Besonders berühmt wurde die Nacht, in der er ganze Wälder fällte und das Holz für den Wiederaufbau des Klosters in die Stadt brachte – zum Staunen aller.
Dreißig Jahre treue Dienste
Über drei Jahrzehnte blieb der Pück ein unsichtbarer Helfer. Als er schließlich seinen Rock erhielt, soll er sich erhoben und unter großem Glockengeläut in die Lüfte geschwebt sein. Eine der beiden Kannen, die er bei sich trug, nahm er mit; die andere blieb im Kloster – ein Relikt, das lange Zeit in Schwerin gezeigt wurde.
Zwischen Glaube und Märchen
Die Sage vom „Peter“ Pück wurde einst vom Autor: Studemund, Friedrich (1784-1857) Pastor an der Nikolaikirche in Schwerin, geschrieben. Heute gilt sie als Märchen, doch sie erzählt eindrucksvoll von der Mischung aus Frömmigkeit, Aberglauben und Phantasie im mittelalterlichen Schwerin. Wer genau hinsieht, kann die Kanne im Geiste noch immer vor Augen haben – ein Zeugnis des frechen Geistes, der einst die Stadt begleitete.
Die ungekürzte Sage kann hier gelesen werden:
Die Geschichte vom Pück (Schwerin) | Lexikus
Pück: Schwerins vergessener Kobold
Peter Pück, der hilfreiche Geist im Kloster Schwerin | Lexikus














