(stm/red)
Schwerin plant in den kommenden Jahren massive Investitionen in seine Straßen. Der städtische Eigenbetrieb SDS hat die neue Fortschreibung des Straßenunterhaltungskonzeptes für 2026 bis 2029 vorgelegt. Hinter dem sperrigen Namen steckt im Grunde eine Zustandskarte für Schwerins Straßen – inklusive Prioritätenliste, Schadensbewertung und geplanter Baustellen.
Und die Zahlen dahinter sind deutlich.
Während 2006 noch rund 2,1 Millionen Euro pro Jahr in die Straßenunterhaltung flossen, sollen es 2026 bereits mehr als 16,3 Millionen Euro sein. Nach Angaben des SDS konnte dadurch der jahrelange Instandsetzungsstau sichtbar reduziert werden. Gleichzeitig macht das Konzept klar: Schwerins Straßennetz altert weiter – und viele Straßen stehen inzwischen an einem kritischen Punkt.
Das Problem: Straßen werden nicht plötzlich kaputt. Erst entstehen kleine Risse. Dann dringt Wasser ein. Frost sprengt die Oberfläche weiter auf. Irgendwann reichen kleine Reparaturen nicht mehr aus. Genau davor warnt das Konzept mehrfach. Werden notwendige Arbeiten zu lange verschoben, steigen die Kosten später massiv an.
Manche Straßen stehen praktisch schon auf der Kippe
Ein Blick in die Maßnahmenlisten zeigt, wo es besonders kritisch wird. Mehrere Straßen tauchen dort mit den schlechtesten Zustandsklassen auf – teilweise verbunden mit Hinweisen wie „Unterbau ungenügend“, „Entwässerung“ oder „grundhafter Ausbau“.
Das bedeutet übersetzt: Dort reicht oft keine neue Asphaltdecke mehr. Das Problem sitzt tiefer.
Besonders auffällig ist die Wismarsche Straße. Für sie nennt die Liste 33.325 Quadratmeter geplante Instandsetzung. Zusätzlich taucht der Hinweis „Unterbau ungenügend + Entwässerung“ auf.
Auch die Rogahner Straße in Görries gehört zu den größeren Baustellen. Dort sollen mehr als 5.500 Quadratmeter instandgesetzt werden. Hinzu kommen die Handelsstraße und Otto-Weltzin-Straße.
In Lankow stehen unter anderem die Eutiner Straße, Plöner Straße, Möllner Straße und Rahlstedter Straße auf der Liste. Die Eutiner Straße soll komplett instandgesetzt werden.
Die Stadt bewertet inzwischen jede Straße
Seit 2014 arbeitet Schwerin mit einem systematischen Konzept. Alle vier Jahre werden die kommunalen Straßen neu bewertet. Entscheidend sind dabei nicht nur Schäden, sondern auch Verkehrsbedeutung und Sicherheit. Hauptverkehrsstraßen haben eine andere Priorität als reine Wohnstraßen. Straßen mit Busverkehr ebenfalls.
Das klingt technisch – ist aber politisch ziemlich brisant.
Denn am Ende bedeutet jede Priorisierung auch: Manche Straßen kommen früher dran. Andere später. Und genau darüber dürfte jetzt in den Ortsteilvertretungen diskutiert werden. Die Maßnahmenliste wird dort in den kommenden Wochen beraten.
Hinzu kommt: Die Liste ist nicht endgültig. Laut Verwaltung können Maßnahmen jederzeit verschoben, ergänzt oder vorgezogen werden – etwa nach neuen Schadensmeldungen oder nach einem harten Winter.
Unterm Strich zeigt das Konzept vor allem eines: Schwerin steckt inzwischen deutlich mehr Geld in seine Straßen als noch vor wenigen Jahren. Aber selbst mit Millionenbeträgen reicht es offenbar nur Schritt für Schritt, um jahrzehntelang gewachsene Schäden aufzuholen.
Hier kann das Konzept, nebst Anlagen und Zusatzdokumenten heruntergeladen und eingesehen werden:












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