(stm/red)
Ein Vorfall auf dem Gelände der Einrichtung Die Vielfalter in Schwerin beschäftigt inzwischen den Tierschutzverein Tiere in Not Schwerin & Umgebung e. V. sowie die Polizei. Der Verein hat nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet.
Nach Angaben des Vereins wurde am Freitag, 31. Juli, am Morgen ein schwer verletztes Eichhörnchen auf dem Betriebsgelände in der Rogahner Straße gefunden. Nach Darstellung der Terschützerinnen soll das Tier zunächst in einem Karton untergebracht worden sein. Erst am späten Abend gegen 21 Uhr sei es an den Verein übergeben worden. Zur Erinnerung der 31. Juli war ein sehr heißer Tag.
Die Tierschützer berichten, das Eichhörnchen sei unmittelbar nach der Übergabe erstversorgt und am folgenden Tag zu einer erfahrenen Wildtierpflegerin gebracht worden. Trotz der Behandlung verstarb das Tierchen am nächsten Morgen.
Verein kritisiert mangelhafte Lagerung und späte Übergabe
Der Verein kritisiert insbesondere den langen Zeitraum zwischen dem Auffinden des Tieres und der Übergabe an fachkundige Helfer. Nach seiner Auffassung hätte das Eichhörnchen deutlich früher einer Wildtierstation oder einem entsprechend erfahrenen Ansprechpartner vorgestellt werden müssen. Zudem soll geprüft werden, ob es sich um ein säugendes Weibchen gehandelt haben könnte und möglicherweise noch Jungtiere im Umfeld zurückgeblieben sind.
schwerin.news hat die Vielfalter mit einem Fragenkatalog zu dem Vorfall um eine Stellungnahme gebeten. Gefragt wurde unter anderem nach dem internen Ablauf, der Kommunikation mit Behörden sowie den Gründen für die zeitliche Verzögerung.
Die Einrichtung teilte daraufhin lediglich mit:
„Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider können wir uns aktuell zum angesprochenen Geschehen nicht äußern.“
Weswegen die Einrichtung aktuell nicht auf die Frage eingehen kann, blieb unbenannt. Denkbar sind urlaubsbedingte Gründe. http://www.schwerin.news wird nochmal nachfragen. Die Hintergründe des Vorfalls und die in der Strafanzeige erhobenen Vorwürfe sind somit derzeit nicht abschließend geklärt.
Ob und welche strafrechtlichen Konsequenzen der geschilderte Vorfall haben wird, bleibt den weiteren Ermittlungen vorbehalten. Bis zum Abschluss eines möglichen Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.
Was ist bei verletzten Wildtieren richtig? Reicht das Hilfeangebot der Stadt nicht aus?
Wildtierexperten empfehlen, verletzte Tiere möglichst schnell fachkundigen Stellen zu übergeben. Ist ein sofortiger Transport nicht möglich, sollte das Tier möglichst ruhig, dunkel und kühl in einem ausreichend belüfteten Karton untergebracht werden. Direkte Sonneneinstrahlung und starke Hitze sollten vermieden werden, da sie für geschwächte Wildtiere zusätzlichen Stress bedeuten können. Tipps zum Umgang finden sich auch hier: verletztes Wildtier melden | Tiere in Not Schwerin und Umgebung
Sinnvoll ist die schnelle Kontaktaufnahme mit einer Wildtierstation, einem entsprechend erfahrenen Tierschutzverein oder – außerhalb der Erreichbarkeit – mit Polizei oder Feuerwehr, damit eine geeignete Versorgung organisiert werden kann.
Allerdings gibt es bezüglich des Umgang mit Fund und Wildtieren seit längerem einen mangelhaften Zustand in Schwerin, wie http://www.schwerin.news vor einiger Zeit bereits berichtete:
Triggerwarnung. In dem Video wird die Situation nach Übergabe des Tieres gezeigt:














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