WLD will Energieverbund im Norden und ein „digitales Amt“

(stm/red)

Wie soll Mecklenburg-Vorpommern nach der Landtagswahl 2026 regiert werden? Schwerin.news hat allen antretenden Parteien dieselben Fragen gestellt. Die Partei WIR LEBEN DEMOKRATIE (WLD) setzt auf kommunale Strukturen, einen norddeutschen Energieverbund und eine stärker digitalisierte Verwaltung.

Die WLD ist eine noch junge Partei. Sie entstand im Januar 2026 aus der gleichnamigen Wählergemeinschaft, die bereits seit 2018 kommunalpolitisch aktiv war. Zur Landtagswahl am 20. September tritt sie erstmals als Partei an. Beim Schweriner Schloss gibt es für die WLD keinen Grund für einen Standortwechsel. Das Schloss soll Regierungssitz bleiben. Die Partei möchte den Landtag allerdings stärker für die Bevölkerung öffnen.

Schulklassen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern sollen den Landtag besuchen können, entsprechende Angebote soll es auch in den Ferien für Vereine geben. Das Demokratiefest und der offene Landtag sollen ebenfalls erhalten bleiben und über die Landesgrenzen hinaus bekannter werden.

Sozialer Wohnraum soll in kommunaler Hand bleiben

Beim Thema soziale Not setzt die WLD vor allem auf bessere Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben und auf gerechte Entlohnung. Beim Wohnen wird die Partei konkreter: Der Verkauf städtischer Wohnungen an Großkonzerne soll verhindert werden. Sozialer Wohnungsbau und kommunaler Wohnraum sollen erhalten und gefördert werden.

Zusätzlich sieht die WLD Möglichkeiten bei der Energieversorgung. Mietersolaranlagen und Investitionen in die städtische Energieinfrastruktur könnten nach Ansicht der Partei die Lebenshaltungskosten senken. Auch bei den Tafeln sieht die WLD Handlungsbedarf. Sie sollen unter anderem durch kostenlose Ausgabestellen und Lagermöglichkeiten unterstützt werden. Gleichzeitig soll der Einzelhandel dafür sensibilisiert werden, weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Windkraft mit Beteiligung der Bevölkerung

Eine konkrete Zahl, wie viele Windkraftanlagen Mecklenburg-Vorpommern benötigt, nennt die WLD nicht.

Die Partei fordert stattdessen eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an den Anlagen. Abstände zu Wohngebieten müssten eingehalten werden. Bereiche mit besonderem Naturschutz sollen von der Windkraft ausgenommen werden. Außerdem soll das Land die bestehenden und geplanten Standorte überprüfen.

Beim Stromnetz sieht die WLD ebenfalls Nachholbedarf. Das Verteilnetz innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns müsse so ausgebaut werden, dass Strom kostengünstig und ausreichend zu den Verbrauchern gelangen könne. Speicher vor Ort und in den Städten hält die Partei für eine sinnvolle Investition.

Energieverbund mit Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark

Bei den Energiepreisen bringt die WLD einen größeren regionalen Ansatz ins Spiel. Sie fordert einen „Energieverbund Nord“ gemeinsam mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Dänemark und weiteren Bundesländern. Nach Einschätzung der Partei wäre damit bereits heute ein Strompreis zwischen 15 und 20 Cent pro Kilowattstunde möglich. Bei der Bürokratie setzt die WLD auf ein digitales Amt. Anträge sollen gebündelt und einfacher ausgefüllt werden können. Bereits vorhandene Daten sollen nicht immer wieder neu eingegeben werden müssen. Auch Doppelanträge sollen vermieden werden.

Die dadurch frei werdenden Kapazitäten in den Behörden könnten anschließend stärker für Beratung genutzt werden. Daneben will die WLD Aus- und Weiterbildung der Bevölkerung fördern und auch die Anwerbung von Fachkräften aus anderen Regionen unterstützen.

Keine Ansage für den ersten Tag

Auf die Frage, welche Entscheidung sie am ersten Morgen einer Regierungsübernahme treffen würde, nennt die WLD keine konkrete Einzelmaßnahme. Zunächst sollen Gemeinsamkeiten mit den anderen Parteien innerhalb der „demokratischen Richtlinien“ geklärt werden. Anschließend wolle die Partei ihre eigenen Ideen in die Diskussion im Landtag einbringen. Beim Schweriner Schloss ist die Antwort dagegen eindeutig: Einen schöneren Regierungssitz als Schwerin kann sich die WLD nach eigenen Angaben nicht vorstellen.

Die Partei selbst beschreibt ihren politischen Ansatz als pragmatisch und lösungsorientiert. Sie will nach eigenen Angaben dort ansetzen, „wo Menschen leben“ und setzt dabei auf kommunalpolitische Erfahrungen aus Gemeinden, Städten und Kreistagen.

WIR LEBEN DEMOKRATIE tritt am 20. September 2026 zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an. Torsten Zarnikow, der die Antworten an Schwerin.news übermittelt hat, steht auf Platz 5 der Landesliste.


Hier kann das Programm von WLD und allen anderen Parteien die zur Landtagswahl antreten eingesehen und heruntergeladen werden:


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