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776.000 Euro für Asphalt im Wald: Petition gegen Weg-Ausbau zwischen Zippendorf und Müß
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Rund 776.000 Euro Steuergeld für einen Kilometer Asphalt mitten im Wald: Gegen die Pläne, den Fuß- und Radweg zwischen Zippendorf und Müß asphaltieren zu lassen, hat die BUND-Gruppe Schwerin eine Online-Petition gestartet. Die Petition richtet sich an die Stadtvertretung Schwerin und läuft seit dem 4. Oktober auf der Plattform openPetition. Bis zum 4. März 2027 sollen 500 Unterschriften zusammenkommen.

Der etwa ein Kilometer lange, unbefestigte Weg verläuft durch den Wald am Ufer des Schweriner Sees. Er liegt im Landschaftsschutzgebiet „Schweriner Innensee, Ziegelaußensee und Medeweger See“ und wird laut Petition von vielen Menschen genutzt: zum Fahrradfahren und Mountainbiken, Joggen, Wandern, zum Geocaching und zur Naturbeobachtung.

Die Stadt plant nach Angaben der Petenten einen 2,50 Meter breiten Asphaltweg im Zuge des Residenzstädte-Rundwegs. Im Protokoll des Schweriner Fahrradforums vom September 2025 ist der Radweg zwischen Müß und Zippendorf als in Vorbereitung vermerkt, der Fördermittelantrag wurde demnach bereits gestellt. Bäume sollen laut Zusage der Stadt nicht gefällt werden.

Der BUND hält den Ausbau gleichwohl für falsch: Der vorhandene, feste Boden sei bereits gut befahrbar. Eine flächige Versiegelung zerstöre Bodenleben, Mikroklima und den natürlichen Wasserhaushalt. Hinzu kämen Baukosten von rund 776.000 Euro sowie Folgekosten für Pflege, Instandhaltung und eine spätere Neuasphaltierung. Unter nassem Laub, Schnee und Eis werde Asphalt zudem schneller zur Rutschgefahr als der heutige Weg. Schwere Baugeräte und die Versiegelung könnten das Wurzelwerk der Bäume schädigen, eine Brutsaison lang drohten Beeinträchtigungen für brütende Vogelarten im Uferbereich.

Für alle, die eine schnelle, asphaltierte Verbindung zwischen Müß und Zippendorf suchen, verweist der BUND auf den gut ausgebauten Radweg an der Crivitzer Chaussee. In den Kommentaren zur Petition heißt es unter anderem, der jetzige Weg sei nach einer Probebefahrung mit der Vorsitzenden des Behindertenbeirates der Stadt Schwerin auch mit dem Rollstuhl passierbar und müsse nur an wenigen Stellen ausgebessert werden.

Die Petition fordert: kein asphaltierter Ausbau, Erhalt des naturnahen Charakters des Weges und keine Verwendung von rund 776.000 Euro Steuergeldern für den Asphaltausbau. Unterzeichnet werden kann auf openPetition (Kurzlink: openpetition.org/bkjrr).

Auch berichtet bei: Ostsee-Zeitung (Themenseite Radwege)

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Bildquelle: Foto: openPetition / BUND Landesverband M-V e.V. – Gruppe Schwerin (Petitionsbild).

(red)

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