(stm/red) Am 13. September findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. In Schwerin geht es dabei auch um einen Ort, dessen Geschichte weit über einzelne Grabstätten hinausreicht: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge lädt zu einer Führung über die Kriegsgräberstätten auf dem Alten Friedhof ein. Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Trauerhalle. Ein Bildungsreferent des Volksbundes führt über das Gelände und erzählt von den Menschen, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, von den historischen Ereignissen hinter den Gräbern und von der heutigen Bedeutung solcher Orte.
Mehr als 4.000 Kriegstote
Auf dem Alten Friedhof ruhen nach Angaben des Volksbundes mehr als 4100 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Gräber verteilen sich auf verschiedene Bereiche des Friedhofs. Zum heutigen Ehrenfriedhof gehören unter anderem 163 Tote des Ersten Weltkriegs. Dort befindet sich auch eine 1936 vom Schweriner Bildhauer Wilhelm Wandschneider geschaffene Soldatenplastik. Besonders groß ist das Gräberfeld für die Kriegstoten des Zweiten Weltkriegs an der Von-Flotow-Straße. Dort ruhen 2.338 Soldaten und Zivilpersonen. Unter den Toten befinden sich auch Menschen aus Russland, Polen, Litauen, Tschechien und Jugoslawien.
Am Hochkreuz gegenüber der Trauerhalle liegen weitere 421 Kriegsopfer, darunter Polen, Italiener, Jugoslawen, Ukrainer, Ungarn und Tschechen.
Die Namen – und der aktuelle Streit um die Tafeln
Die Geschichte dieser Gräberstätte ist gerade in diesem Jahr besonders aktuell. Im August wurden auf dem Gräberfeld an der Von-Flotow-Straße innerhalb weniger Tage insgesamt 28 Messingplatten mit den Namen von Kriegsopfern gestohlen. Die Stadt reagierte und ließ die verbliebenen 202 Messingtafeln abbauen und einlagern. Geprüft wird, ob die Namen künftig auf einem Material angebracht werden, das für Metalldiebe weniger interessant ist.
Damit geht es bei der Führung ungewollt auch um eine Frage, die durch die Diebstähle besonders deutlich geworden ist: Wie bewahrt man die Erinnerung an Menschen, deren Namen auf diesen Tafeln stehen?
Geschichte hinter den Gräbern
Der Volksbund versteht Kriegsgräberstätten nicht lediglich als Orte des Gedenkens. Sie sollen auch historische Zusammenhänge sichtbar machen und eine Auseinandersetzung mit Krieg, Gewalt und ihren Folgen ermöglichen. Auf dem Alten Friedhof liegen Menschen aus unterschiedlichen Ländern und aus unterschiedlichen Zusammenhängen der Kriegs- und Nachkriegszeit. Die Grabfelder erzählen damit nicht nur von gefallenen Soldaten, sondern auch von den Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung und von den internationalen Dimensionen der Konflikte.
Bei der Führung soll deshalb nicht allein die Gestaltung der Gräber im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Geschichte der Menschen, die dort bestattet wurden.
Führung am 13. September
Die Führung findet am Sonntag, 13. September 2026, um 12 Uhr statt. Treffpunkt ist die Trauerhalle des Alten Friedhofs Schwerin. Der Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr bundesweit unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Die Veranstaltung auf dem Alten Friedhof setzt dabei einen eigenen Schwerpunkt auf Krieg, Erinnerung und den Umgang mit historischen Gräbern.















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