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(stm/red)
Beitrag wird bis Mttermnacht fortlaufend an den aktuellen Entwicklungen angepasst. Schauen Sie später gerne nochmal vorbei.
Das politische Erdbeben aus Sachsen-Anhalt strahlt mit voller Wucht in den Endspurt der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ab. Nach den ausgezählten Zwischenergebnissen triumphiert dort die AfD mit massiven Zuwächsen auf rund 44,7 Prozent der Zweitstimmen und verweist die CDU (16,9 Prozent) auf den zweiten Platz. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zieht mit rund 5,2 Prozent in den Landtag ein, wodurch ein spannender Machtkrimi um Regierungsoptionen und Mehrheiten entbrannt ist. Nur zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich nun die Frage, ob die AfD diesen Rückenwind mit in den Norden nimmt – oder ob die SPD ihre Aufholjagd erfolgreich fortsetzen kann.
AfD in Sachsen-Anhalt klar vorne – BSW als Zünglein an der Waage
Mit einem massiven Stimmenzuwachs von knapp 24 Prozentpunkten im Vergleich zu 2021 hat die AfD in Sachsen-Anhalt ein Rekordergebnis eingefahren. Die CDU stürzte drastisch ab. Dahinter positionieren sich die SPD mit 9,1 Prozent, die Grünen mit 8,9 Prozent und die Linke mit 8,4 Prozent. Das BSW schafft mit 5,2 Prozent den Sprung in den Landtag, während die FDP mit 2,5 Prozent deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.
Für die AfD-Spitze hat dieses Ergebnis immense Signalwirkung und wird als „Schubrakete“ gefeiert, die man nun auch in andere Bundesländer tragen will. Ob es für eine uneingeschränkte Regierungsbildung reicht, hängt angesichts des Einzugs kleinerer Parteien und des BSW jedoch von den konkreten Mehrheitsverhältnissen ab.
Für MV ist die Lage eine andere
Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt – und hier ist das Rennen im Norden deutlich enger. Der aktuelle Mecklenburg-VorpommernTREND von Infratest dimap sieht die AfD zwar bei 35 Prozent, die SPD liegt dahinter jedoch inzwischen bei 32 Prozent. Nur drei Prozentpunkte trennen die beiden Parteien. Noch vor einem Jahr lag die SPD bei gerade einmal 19 Prozent und hat seither massiv aufgeholt.
Aus einem anfänglich deutlichen Vorsprung der AfD ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen geworden. Das Ergebnis aus Sachsen-Anhalt liefert der AfD im Norden zwar zweifellos Rückenwind, zeigt aber gleichzeitig, dass die politische Dynamik in den ostdeutschen Ländern sehr unterschiedlich verlaufen kann.
Schwesig setzt auf den Amtsbonus und Aufholjagd
Für Manuela Schwesig und die SPD bleibt das Rennen damit vollkommen offen. Die Ministerpräsidentin verfügt über einen spürbaren persönlichen Amtsbonus. Laut aktuellem MV-Trend wünschen sich 56 Prozent der Befragten eine Fortsetzung einer SPD-geführten Landesregierung, während nur 31 Prozent einen Regierungswechsel hin zu einer AfD-geführten Regierung befürworten. Selbst wenn die AfD am 20. September stärkste Kraft werden sollte, bedeutet das keineswegs eine automatische Regierungsmehrheit. Die verbleibenden zwei Wochen entwickeln sich somit zu einem harten Mobilisierungswahlkampf.
CDU unter Druck – Bedeutung des BSW für die Regierungsbildung
Während AfD und SPD um Platz eins kämpfen, gerät die CDU in Mecklenburg-Vorpommern mit zuletzt rund 8 Prozent stark unter Druck. Die Linke liegt bei 11 Prozent, die Grünen bei 5 Prozent. Auch das BSW, das im Trend zuletzt um die Vier-Prozent-Marke gehandelt wurde, könnte bei einem Einzug in den Schweriner Landtag die Mehrheitsverhältnisse und Koalitionsoptionen völlig neu mischen.
Das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt fungiert für Mecklenburg-Vorpommern somit als doppelter Weckruf: Es demonstriert das maximale Wählerpotenzial der AfD im Osten, beweist aber zugleich, dass etablierte Kräfte im engen Schulterschluss mit ihren Wählern gegensteuern können. In den kommenden 14 Tagen entscheidet sich, ob der Trend aus Magdeburg auf den Norden überspringt oder ob die SPD das Rennen an der Wahlurne drehen kann.
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