Wagenknecht kommt nach Schwerin: BSW setzt kurz vor der Wahl auf seine bekannteste Stimme

(red) Drei Tage vor der Landtagswahl bekommt der Wahlkampf des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Mecklenburg-Vorpommern prominente Unterstützung: Sahra Wagenknecht kommt nach Schwerin.

Am Donnerstag, dem 17. September, soll die BSW-Gründerin um 19 Uhr auf dem Markt auftreten. Mit dabei sind die beiden Spitzenkandidaten des BSW in Mecklenburg-Vorpommern, Peter Schabbel und Sabine Firnhaber. Der Termin ist Teil einer größeren Wahlkampftour Wagenknechts durch Mecklenburg-Vorpommern. Zuvor tritt sie unter anderem in Neubrandenburg und Stralsund auf, anschließend geht es nach Rostock.

Für das BSW kommt der Auftritt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Bei den Umfragen für die Landtagswahl liegt die Partei zuletzt bei rund vier Prozent und damit gefährlich nah an der Fünf-Prozent-Hürde. Schabbel gibt sich dennoch zuversichtlich. Der Blick geht dabei auch nach Sachsen-Anhalt: Dort schaffte das BSW am vergangenen Sonntag entgegen vorherigen Umfragen mit 5,3 Prozent den Einzug in den Landtag.

Wagenknecht dürfte damit in Schwerin nicht nur um Stimmen für die Landesliste werben. Ihr Auftritt fällt mitten in eine bundespolitisch aufgeladene Phase für das BSW.

Denn der Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt hat die Partei plötzlich wieder ins politische Spiel gebracht. Die AfD wurde dort mit rund 44 Prozent stärkste Kraft, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Das BSW könnte deshalb bei der Regierungsbildung eine wichtige Rolle spielen. Wagenknecht schließt eine Koalition mit der AfD zwar aus, lehnt eine grundsätzliche Abgrenzung gegenüber der Partei bei einzelnen politischen Entscheidungen aber ab.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wirbt das BSW mit einem ungewöhnlichen Regierungsmodell. Sollte die Partei in den Landtag einziehen, will sie einen überparteilichen Ministerpräsidenten unterstützen, der sich seine Mehrheiten je nach Thema im Parlament sucht. Eine klassische Koalition lehnt das BSW ab.

In Schwerin dürfte Wagenknecht allerdings vor allem eines tun müssen: mobilisieren. Drei Tage vor der Wahl zählt für das BSW jede Stimme. Der Auftritt der Parteigründerin ist deshalb weniger gewöhnlicher Wahlkampftermin als der Versuch, auf den letzten Metern noch Aufmerksamkeit und Stimmen zu gewinnen.

Ob der Wagenknecht-Faktor reicht, um das BSW in Mecklenburg-Vorpommern über die Fünf-Prozent-Hürde zu bringen, entscheidet sich am 20. September.


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