(red) Wenn in Schwerin am Montagmorgen die Büros sauber sind, haben Reinigungskräfte oft schon mitten in der Nacht angefangen. Rund 840 Menschen arbeiten in der Stadt in der Gebäudereinigung. Auf mehr Lohn warten sie bislang vergeblich, sagt Klaus-Peter Tiedemann von der IG BAU Mecklenburg: „Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur.“
Die Gewerkschaft fordert 2 Euro mehr pro Stunde, dann läge der Lohn bei 17 Euro. Die Arbeitgeber haben bislang angeboten, ab Mai nächsten Jahres den Lohn um 1,8 Prozent anzuheben, das wären 27 Cent pro Stunde. „Das ist eine Farce“, sagt Tiedemann. „Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen.“
Der Abstand zum Mindestlohn ist knapp. Ab Januar steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde, eine Gebäudereinigerin verdient aktuell 15 Euro. „Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen?“, fragt der Gewerkschafter. Einen Job zum Mindestlohn finde sie auch woanders, die Arbeit in der Gebäudereinigung sei zudem „ein Knochenjob“.
Tiedemann warnt die Betriebe: Weigerten sich die Unternehmen weiter, ein ordentliches Angebot vorzulegen, würden viele Reinigungskräfte „den Stecker vom Staubsauger ziehen“ und sich etwas anderes suchen. Das Personal in der Branche sei ohnehin knapp, das würde die Firmen „in erhebliche Schwierigkeiten bringen“. In Schwerin gibt es 32 Gebäudereinigungsunternehmen.
Die nächste Verhandlungsrunde ist am Dienstag, 3. November. Dann treffen die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zum dritten Mal am Tariftisch zusammen. Die Arbeitgeberseite hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert, in der Mitteilung der Gewerkschaft kommt sie nicht zu Wort.
Quelle: Pressemitteilung der IG BAU, Bezirksverband Mecklenburg (Mitgliederbüro Rostock), Oktober 2026. Die Zitate stammen von Klaus-Peter Tiedemann, Vorsitzender der IG BAU Mecklenburg.
🌐 Beitrag übersetzen
🌐 Übersetzen – kostenlos, automatisch


















Geben Sie hier ihren Senf dazu ab.