(Satire/ Ein KOMMENTAR von stm)

Wer kennt es nicht, dieses Problem? Da geht man mit seinen Kindern an einen Spielplatz und hat die 99-Cent-Schaufeln und das Spielzeug vergessen… oder weil man sich das extrem teure Spielzeugequipment nicht leisten kann, wünscht man sich sehnlichst eine Kiste voller Spielzeug herbei… Doch bald ist dieses gravierende Spielplatzproblem in Schwerin gelöst.

Die Linke in Schwerin hat sich mal wieder selbst übertroffen mit ihrem bahnbrechenden Vorschlag, die drängenden Probleme der Stadt anzugehen. Während Schwerin mit Kinderarmut, extrem hohen Alkoholikerwerten, Segregation, Wohnungsmangel, mangelnden Kitaplätzen und steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen hat, kommt die Linke mit der großartigen Idee um die Ecke, Spielzeugkisten auf Spielplätzen aufzustellen. Ja, Sie haben richtig gehört, Spielzeugkisten!

Einen entsprechenden Antrag stellt die Linke auf der kommenden Stadtvertreterssictung.

Da kann man wirklich sehen, wie innovativ und visionär die Linke in Schwerin ist. Es ist zweifellos wichtig, dass Kinder auf Spielplätzen spielen können. Aber die Idee, Spielzeugkisten aufzustellen, ist sicherlich nicht die bahnbrechende Lösung, die die Stadt so dringend benötigt. Von einer Linken Partei erwartet man, dass die schweren sozialen Probleme angegangen werden. Spielzeugkisten erscheinen da eher nicht als die Lösung schlechthin.

Tatsächlich könnte man argumentieren, dass jeder und jede diese großartige Idee bereits umsetzen kann, indem er oder sie einfach seinen Kindern sagt, sie sollen ihr Spielzeug nach dem Spielen liegen lassen. Dafür bedarf es doch wohl keinen Beschluss der Stadtvertretung, oder? Es ist bemerkenswert, wie viel Aufwand in diesen Vorschlag gesteckt wird, der im Grunde darauf hinausläuft, dass Kinder ihr Spielzeug teilen und sorgfältig behandeln sollten.

Vielleicht sollten wir die Linke in Schwerin bitten, noch einen Schritt weiter zu gehen und nicht nur Spielzeugkisten, sondern auch Teddybären und bunte Luftballons auf den Spielplätzen zu verteilen. Das wird sicherlich alle unsere Probleme lösen. Oder vielleicht könnten sie eine Arbeitsgruppe gründen, um herauszufinden, wie man die Spielzeugkisten am effektivsten dekorieren kann. Das wäre wirklich ein großer Fortschritt für die Stadt! Und verschwindet eine Kiste mal, kann man noch eine Schatzsuche mit den Kids veranstalten…

Das können die Eltern und Kinder Schwerins selbst machen

Nett. Aber das kann die Nachbarschaft unter sich regeln. Irgendwer stellt eine Kiste hin und hängt einen Zettel drauf, dass hier Sandspielzeug getauscht oder gelagert werden kann. Dazu bedarf es keinen Antrag in der Stadtvertretung. Warum spricht die Linke nicht mit Kindergärten, Jugendvereinen, Ortsbeiräten oder anderen, nahe an den Spielplätzen der Stadt gelegenen Einrichtungen, um diese Idee umzusetzen?

Sandkastenantrag

Den Begriff „Schaufensterantrag“ kennt man ja inzwischen, wenn ein Antrag nur der „Wahrnehmung nach außen“ wegen gestellt wird. Hier handelt es sich dann wohl eher um einen „Sandkastenantrag“.

Im Ernst, es ist wichtig, dass politische Parteien die realen Bedürfnisse ihrer Bürger ernst nehmen und konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Lebensbedingungen zu verbessern. Spielzeugkisten auf Spielplätzen sind sicherlich nett, aber sie sind bei weitem nicht ausreichend, um die drängenden Probleme von Schwerin anzugehen. Es ist Zeit für ernsthafte Lösungen und nicht für Sandspielzeuge. Die Linke in Schwerin hat in der Vergangenheit dem Verkauf von über eintausend kommunalen Wohnungen zugestimmt, der Erhöhung diverser Kosten zugestimmt (Abwasser, NVS Fahrpreise usw.), den Abriss des ältesten Stadions der Stadt befürwortet…

Apell an die Linke Schwerin

Es wäre Zeit für die Linke, sich auf ihr Programm zu besinnen, in dem sie eine bessere Qualität der Kindertagesförderung, eine gesetzliche Verankerung der Schulsozialarbeit, ein kostenloses warmes Mittagessen für alle Schülerinnen und Schüler und eine Senkung der Schülermindestzahlen fordert. So wie sie es in ihrem Wahlprogramm schreibt. Doch derartige Anträge vermisst man von der Linken in Schwerin.


Schade eigentlich. Die Probleme der Stadt rufen geradezu nach echten linken Ideen und Konzepten, doch die Linke in Schwerin will stattdessen eher im Sandkasten spielen. Man muss geradezu hoffen, dass die Linke in Schwerin bis zur Kommunalwahl im kommenden Jahr die wirklichen Probleme der Stadt erkennt und entsprechend agiert.


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