(stm)
Von 2000 bis weit über 20.000 Euro werden Briefe des „Archäologen“ Heinrich Schliemanns im Internet gehandelt. Was ein Koffer voller Schliemann Briefe wert wäre, lässt sich schwer schätzen. Was wäre wenn sich irgendwo in Schwerin ein solcher Koffer voller wertvoller Dokumente befinden würde? Und was hat der Bunker auf der Paulshöhe damit zu tun?
Es existiert ein Mythos über den Verbleib von dutzenden Dokumenten und Briefen des Troja Entdeckers Schliemann, den wir unseren Leserinnen und Lesern an dieser Stelle einmal näher bringen wollen.
Heinrich Schliemann, der „Entdecker von Troja“, hinterließ einen bedeutenden schriftlichen Nachlass, bestehend aus über 60.000 Briefen, Tagebüchern, Geschäftsbüchern und Manuskripten. Während des Zweiten Weltkriegs verschwanden jedoch einige dieser Dokumente unter mysteriösen Umständen. Der deutsche Kulturoffizier und selbsternannte „Schliemann-Forscher“ Ernst Meyer soll einige dieser wertvollen Papiere in den letzten Kriegstagen in zwei Koffern im Luftschutzbunker und Befehlsstand Paulshöhe in Schwerin deponiert haben.
1941 besetzte die deutsche Armee Griechenland. Im April 1942 holte, genauer gesagt, stahl Ernst Meyer als uniformierter Kulturoffizier Archivalien Schliemanns aus der griechischen Gennadius Library, die er in seinem Quartier in Athen auswerten wollte. Unter nicht näher bekannt Umständen – 1945, zum Kriegsende hin, deponierte er zwei Handkoffer mit Schliemann-Archivalien im Bunker auf der Paulshöhe.
Das Ende des Krieges und die Verschollenen Dokumente
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gerieten viele historische Artefakte und Dokumente in Vergessenheit oder gingen verloren. Die Schliemann-Dokumente, die Meyer im Bunker Paulshöhe gelagert hatte, wurden nie vollständig wiedergefunden.
Meyer selbst vermutete, dass die Koffer möglicherweise in die Hände der sowjetischen Besatzungsmacht gelangt seien, konnte dies jedoch nie bestätigen. Einige Dokumente, die er den Koffern zurechnete, fand er Jahre später in einem Berliner Antiquariat. Der Verbleib der restlichen Dokumente bleibt bis heute ungeklärt und ist ein Rätsel der Nachkriegszeit. Wer weiß, vielleicht liegt in dem Bunker, in einer kleinen verstecken Nische ein Koffer, und in dem Koffer Briefe und Dokumente Schliemanns.
Dies ist allerdings wenig realistisch. Denn der Bunker wurde zu DDR Zeiten als Lagerraum für Obst und Pyrotechnik genutzt, da wäre ein Koffer voller alter Briefe gewiss aufgefallen. Wahrscheinlicher ist es, dass die Dokumente nach Kriegsende in den Besitz der Sowjetischen Besatzungsmacht gefallen sind. Aber man weiß ja nie.
Erst im März wurde durch den Eigentümer des Bunkers, WGS eine Begehung des Bunkers ermöglicht, die auf Facebook videodokumentarisch veröffentlicht wurde:
Wenn Sie Beiträge wie diesen oder weitere nicht verpassen wollen, abonnieren Sie uns gerne kostenfrei. http://www.schwerin.news versteht sich als Demokratieprojekt. Wir bringen Nachrichten, News und Kommentare aus Schwerin. Ehrenamtlich, kostenfrei und ohne Paywall/Bezahlschranke:















