(stm)
Illegale Müllentsorgung in Schwerin: Stadt gibt Auskunft auf Anfrage von Henning Foerster (fraktionslos).
In einer Anfrage an den Oberbürgermeister wollte Stadtvertreter Henning Foerster, der inzwischen fraktionslos ist, Details zum Umgang mit illegaler Müllentsorgung in Schwerin erfahren. Er stellte sechs konkrete Fragen, die sowohl das Ausmaß des Problems als auch die Maßnahmen der Stadt zur Bekämpfung beleuchteten.
Keine Statistik zur Menge, aber steigende Kosten
Die Stadtverwaltung führte in ihrer Antwort aus, dass keine gesonderte Statistik über die Menge oder das Gewicht der illegal entsorgten Abfälle geführt wird. Fest steht jedoch, dass die Anzahl der jährlichen Abrufaufträge zur Beseitigung von Ablagerungen in den Jahren 2019 bis 2023 konstant bei knapp 300 Fällen lag. Die Kosten zur Entsorgung dieser Abfälle sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Waren es im Jahr 2019 noch 19.418,18 Euro, lagen die Ausgaben bis Oktober 2024 bereits bei 33.057,34 Euro.
Hotspots in Schwerin
Zu den Standorten, an denen besonders häufig illegal Müll entsorgt wird, gehören laut Stadtverwaltung das Mueßer Holz (vor allem bei Sperrmüll) sowie Gebiete wie Göhrener Tannen, Neumühle und Klein Medewege. Dort werden nach Angaben des Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier regelmäßig diverse illegale Müllablagerungen festgestellt.
Erschwerte Verursacherermittlung
Die Stadt betonte in ihrer Antwort die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). Allerdings gestaltet sich die Verursacherermittlung nach Aussage der Stadt schwierig, da verwertbare Hinweise wie Augenzeugenaussagen oder Adressdokumente in den Müllablagerungen nur selten vorliegen wrüden.
Vergleich mit Leipzig
In seiner Anfrage verwies Henning Foerster auf das Leipziger Modell der sogenannten „Umweltdetektive“. Dort hatten im Jahr 2023 drei Mitarbeiter an 1.953 Orten insgesamt 1.125 Kubikmeter Abfall geprüft und in Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt 472 Verursacher ermittelt. Diese wurden entsprechend zur Verantwortung gezogen.
Die Schweriner Stadtverwaltung bestätigte, von solchen Ansätzen Kenntnis zu haben, siehht deren Umsetzung in Schwerin jedoch kritisch. Man verwies auf den bestehenden Einsatz des KOD und das Portal „Klarschiff“, durch das illegale Ablagerungen zeitnah erfasst werden. Der finanzielle Mehraufwand für zusätzliches Personal zur gezielten Verursacherermittlung sei vor dem Hintergrund der verhältnismäßig geringen Erfolgsquote nicht gerechtfertigt.
Hier kann die Anfrage nebst Antwort des Oberbürgermeisters eingesehen werden:


















