(fab) Seit der Ankündigung eines möglichen Holzheizkraftwerks in Schwerin-Wüstmark wächst der Widerstand in der Bevölkerung. Nun haben betroffene Anwohner eine Petition gestartet, um den Bau des Kraftwerks in unmittelbarer Nähe eines Wohngebietes zu verhindern. Sie befürchten zusätzliche Umweltbelastungen durch Emissionen, Lärm und eine erhöhte Verkehrsbelastung.
Petition fordert Alternativstandort
Die Petition, die auf der Plattform Change.org veröffentlicht wurde, richtet sich an die Stadtvertretung und die zuständigen Behörden. Die Unterzeichner*innen betonen, dass das Wohngebiet in Wüstmark bereits erheblich durch bestehende Emissionen belastet sei. Die Nähe zu Klärwerken, Autoreifenproduktion, der B321 und anderen Industrieanlagen führt bereits jetzt zu regelmäßigen Geruchsbelästigungen und Einschränkungen der Lebensqualität. Ein zusätzliches Holzheizkraftwerk würde ihrer Meinung nach die Belastung weiter verstärken.
In der Petition heißt es: „Die Gewerbefläche von CERAVIS grenzt direkt an das Wohngebiet mit rund 600 Einwohnern. Das neue Kraftwerk würde zusätzliche Luftverschmutzung und Lärmbelästigung verursachen. Wir fordern, dass der Standort an eine weniger sensible Stelle verlegt wird.“
Die Anwohner verweisen auf die Erfahrungen aus dem Sommer 2024, als ein Großbrand in der Region zu erheblichen Belastungen führte. Damals waren viele gezwungen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da Rußpartikel in die Gärten und sogar in Swimmingpools gelangten. Ähnliche Szenarien befürchten sie nun bei der Lagerung und Verarbeitung von Holz für das Kraftwerk.
Bündnis 90/Die Grünen und Die Partei fordern Stopp der Planungen
Bereits im November 2024 hatten die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Partei einen Antrag in die Stadtvertretung eingebracht, um eine ablehnende Haltung gegenüber dem Bau des Kraftwerks zu erreichen. Sie argumentierten, dass Holzverbrennung pro Wärmeeinheit mehr CO₂ ausstößt als Erdgas und damit nicht als klimafreundliche Alternative gelten könne. Zudem sei eine stoffliche Verwertung von Holz, beispielsweise für Spanplatten, ökologisch sinnvoller als die energetische Nutzung durch Verbrennung.
Die Stadtverwaltung hingegen empfahl die Ablehnung des Antrags und verwies darauf, dass die Nutzung von Biomasse grundsätzlich zur Energiewende beitragen könne. Es gebe Möglichkeiten, Emissionen durch moderne Filtertechnik zu begrenzen. Eine generelle Ablehnung von Holzheizkraftwerken sei daher nicht zielführend.
Offene Fragen zur Umweltverträglichkeit
Ein zentraler Punkt der Debatte bleibt die Kontrolle der verbrannten Materialien. Kritiker befürchten, dass nicht nur unbehandeltes Holz, sondern auch mit Chemikalien belastetes Altholz verbrannt werden könnte, was eine gesundheitliche Gefahr für die Anwohnerinnen darstellen würde. Auch eine erhöhte Verkehrsbelastung durch LKW-Transporte für die Holzlieferungen wird als problematisch gesehen.
Wie geht es weiter?
Die Petition hat bereits mehrere hundert Unterstützer gewonnen und das Interesse in der Bevölkerung wächst. Die Stadtpolitik wird sich voraussichtlich in den kommenden Wochen mit dem Thema befassen, ein entsprechender Antrag befindet sich aktuell zur Beratung in den Fachausschüssen.
Wer die Petition unterstützen möchte, findet sie unter folgendem Link: Change.org-Petition.















