Weitere Parteien äußern sich ablehnend zum geplanten Holzheizkraftwerk in Schwerin. OB Badenschier zeigt sich verwundert.

Auf der gestrigen Hauptausschusssitzung wurde der Antrag der Grünen/UB behandelt, der sich gegen die Errichtung eines Holzheizkraftwerks in Schwerin ausspricht.

Nachdem die B90/Grünen, ASK und auch die Unabhängigen Bürger sich offen gegen das Vorhaben ausgesprochen hatten, haben sich nun weitere Kommunalpolitiker im Hauptausschuss bedenklich und teils ablehnend zu den Plänen positioniert. So teilte beispielsweise der CDU-Stadtvertreter Gert Rudolf seine Bedenken mit. Das geplante Holzheizkraftwerk könne man durchaus als Konkurrenz zu den Stadtwerken wahrnehmen, und die CDU stehe voll hinter den Stadtwerken, die sich in der Vergangenheit in einer Stellungnahme ebenfalls ablehnend zu dem Thema positioniert haben.

Die Grünen indes begrüßten die ablehnende Haltung der anwesenden – auch die Linke zeigte sich eher ablehnend gegenüber den Vorhaben des Investors. Gerd Böttger (Linke) wies darauf hin, dass es am Ende ja einen Abnehmer für die Wärme geben müsse – und wenn es keinen verpflichtenden Abnahmezwang der Wärme gebe, dann habe sich das ja sowieso erledigt.

Dem pflichtete auch Manfred Straß von der UB bei, der darauf hinwies, dass die UB den Antrag unterstütze.

Ganz anders und teils schockiert von den Positionierungen äußerte sich Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier. Dabei kam es zu einer durchaus erwähnenswerten Aussage. Er betonte, dass das Holzheizkraftwerk ein Weg sei, um Klimaneutralität herzustellen. Dass CO₂, was bei der Verbrennung entstehe, würde nach ein paar Jahren so oder so durch natürliche Prozesse in die Luft geraten. Die SPD enthielt sich auf der Sitzung einer Positionierung.

Manfred Strauß (UB) verwies noch einmal darauf, dass er es als sehr unwahrscheinlich einschätze, dass unbehandeltes Holz und ausschließlich natürliches Forstholz verwendet würde. Dies griff auch Arndt Müller (Grüne) auf und verwies darauf, dass ähnliche Holzheizkraftwerke Holz beispielsweise aus dem Balkan importieren würden – was zusätzliche Umweltbelastungen verursache.

Baudezernatsleiter Bernd Nottebaum gab abschließend bei der Diskussion noch den Hinweis, dass, wenn die Stadtwerke nicht als Abnehmer der Wärme zur Verfügung stehen würde, sich der Investor bereits realistische gezeigt habe, dass das Projekt dann nicht durchgeführt werde.

Die kommenden Beratungen werden zeigen, ob die Stadtwerke verpflichtet wären, die Wärme abzunehmen. Wenn nicht – dürfte sich das Projekt schon bald erledigt haben. Der Gegenwind gegen das geplante Holzheizkraftwerk wird indes stärker. Der Hauptausschuss entschied sich nach der Debatte dazu, das Thema zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufzugreifen.

http://www.schwerin.news wird das Thema weiter beobachten und erneut dazu berichten.

Kommentar (stm): OB Bdaneschier hat die Sache mit dem CO² nicht verstanden

Unabhängig davon, wie man zum Klimawandel steht, hat die Stadt Schwerin einen Klimanotstand beschlossen und ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, welches grundsätzlich eine Reduzierung von CO² vorsieht. OB Badenschier spielt hier offensichtlich den Klimawandel herunter und übersieht, dass nach Auffassung einer Mehrheit der Wissenschaftler durch zusätzliches CO² – das eben nicht natürlich entsteht, sondern zusätzlich in die Luft gebracht wird – die Klimaeffekte verstärkt werden. B_eim Thema Klimaschutz geht es ja gerade darum, CO² nicht zusätzlich zu produzieren. OB Badenschier verteidigt aber genau dies als klimaunbedenklich – CO², das ansonsten mehrere Jahre brauchen würde, um sich zu verteilen, wird auf einen Schlag freigesetzt. Sehr geehrter Herr OB Badenschier, hier haben Sie einen Denkfehler._

Weiterführende Informationen (die auch der Oberbürgermeister gerne lesen darf):

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/nachhaltiges-wirtschaften/biooekonomie/biomasse/31324.html

https://www.duh.de/informieren/energiewende/kohleausstieg/kein-holz-fuer-kohlekraftwerke/

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/nachhaltiges-wirtschaften/biooekonomie/biomasse/31319.html

https://www.wwf.de/themen-projekte/waelder/wald-und-klima/wie-holzverbrennung-den-klimawandel-befeuert

https://www.deutschlandfunkkultur.de/holzpellets-geschaeft-europa-waelder-wald-100.html


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10 Antworten zu „Weitere Parteien äußern sich ablehnend zum geplanten Holzheizkraftwerk in Schwerin. OB Badenschier zeigt sich verwundert.“

  1. Avatar von Redaktion

    Beleidigungen und unsachliche Kommentare werden gelöscht. Wenn die Redaktion dies nicht tun würde, wären wir mit verantwortlich- wenn auch nicht rechtlich, dann mindestens ethisch.

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    Wenn wir der Ansicht sind, ein Kommentar geht zu weit – ist es ganz allein unsere Entscheidung.

    Wir könnten auch die Kommentare im Vorfeld sichten – dass wir das nicht tun ist absolut unüblich und ein Vertrauen gegenüber unseren Leserinnen und Lesern.

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    Unsere steigende Zahl an Leserinnen und Leser (wir haben jetzt schon die Zahl an Direktzugriffen – die wir im gesamten Jahr 2024 hatten) gibt unserem Ansatz recht.

    Zwischen 500 und 1500 Leserinnen und Leser am Tag bestätigen, dass wir eine Lücke füllen.

    In dem Sinne, danke für Ihren Kommentar – das war unsere Antwort.

  2. Avatar von
    Anonymous

    Die Redaktion muss hier mal deutlich auf die Meinungsfreiheit achten. Wenn diese hier eingeschränkt wird durch die Willkür der Redaktion, schreibt es ganz klar auf jeden Beitrag. Meinung der Redaktion wird nicht geteilt, dann wird es eben gelöscht. So gewinnt man keine Interessenten für schwerin.news.

    Einige schreien lieber bloß und beleidigen.

    Ob dies den Tatsachen entspricht, darf die Redaktion gern den (paar) Lesern überlassen. Und noch weniger teilen ihre Meinung. Werden unliebsame Meinungen gelöscht, dann ist das Diskriminierung. So ist es.

  3. Avatar von
    Anonymous

    Heizen mit amerikanischen Fraking- oder russischen Blutgas ist also besser? Und wo liegt eigentlich das Problem? Wenn das Holzkraftwerk läuft muss nicht das sehr teuere Gaskraftwerk laufen und die Fernwärmepreise sinken möglicherweise auch und steigen nicht wie grad letzte Woche von den Stadtwerken angekündigt.

  4. Avatar von
    Anonymous

    „als Konkurrenz zu den Stadtwerken wahrnehmen“; “Stadtwerke ebenfalls ablehnend positioniert“

    „wenn die Stadtwerke nicht als Abnehmer der Wärme zur Verfügung stehen würde, sich der Investor bereits realistische gezeigt habe, dass das Projekt dann nicht durchgeführt werde.“

    Wir wollen keine Konkurrenten. Der Baudezernent hat dem Investor bereits ein Angebot gemacht, was er nicht ablehnen kann.

    „Grünen indes begrüßten die ablehnende Haltung“; „Holz beispielsweise aus dem Balkan“

    Irgendwas gegen den Balkan?

    Bhutan hat sich beispielweise – ebenfalls als einziges Land der Erde – dazu verpflichtet, vollständig klimaneutral zu bleiben.

    Die volkswirtschaftliche Basis von Bhutan ist schmal. Über 60 % der Einwohner leben von der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist nicht produktiv und wird weitgehend durch Subsistenzniveau (Wirtschaftsweise, die vorwiegend im Bereich der Landwirtschaft auf die weitgehende Selbstversorgung der Produzenten und deren Familien gerichtet ist) bestimmt. Reisüberschüsse werden nicht produziert, vielmehr ist die Regierung gezwungen, Reis zur Versorgung der Bevölkerung zu importieren. Mit dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum wird sich Bhutan vermutlich künftig mit Problemen der Nahrungsmittelversorgung konfrontiert sehen.

  5. Avatar von Redaktion

    Man könnte inhaltlich diskutieren. Aber einige schreien lieber bloß und beleidigen. 🤷‍♀️

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