Der BUND Mecklenburg-Vorpommern stellt sich gegen die geplante Asphaltierung eines Waldweges am Schweriner See. Betroffen ist ein rund ein Kilometer langer Abschnitt bei Zippendorf und auf der Halbinsel Reppin. Der Umweltverband warnt vor Eingriffen in Natur und Schutzgebiete und kritisiert zugleich die Kosten.
Der Weg führt durch den Wald und am See entlang. Am Reppin reicht die Strecke nach Angaben des BUND bis in ein FFH-Gebiet. Außerdem grenzt sie an ein Vogelschutzgebiet. In unmittelbarer Nähe befinden sich Röhrichtflächen und Feuchtbereiche. Für den BUND ist deshalb gerade der geplante Unterbau problematisch. Für eine Asphaltdecke müsste der vorhandene Boden entsprechend vorbereitet werden. Dabei könne Wurzelwerk beschädigt und in den Waldboden eingegriffen werden. „Der Weg ist ein Waldweg und führt durch und am Vogelschutzgebiet entlang und am Reppin ins FFH-Gebiet“, heißt es in der Pressemitteilung des BUND Schwerin. Die bisherigen Untersuchungen und Schutzmaßnahmen hält der Verband für nicht ausreichend.
BUND fürchtet Folgen für den Wald
Auch die Nutzung des Weges würde sich nach Ansicht des Umweltverbandes verändern. Ein asphaltierter Weg ermögliche höhere Geschwindigkeiten und bringe damit mehr Verkehr in den bislang ruhigen Bereich.
Dabei wird der Weg nicht nur von Radfahrern genutzt. Er ist Teil des Jakobsweges und des landesweiten Naturparkweges. Gerade die Führung durch den Wald und am See entlang sei Teil des Erlebnisses. „Dieser Reiz und das erholsame Walderleben gehen durch Asphalt verloren“, sagt Mareike Herrmann vom BUND. Der Verband verweist außerdem darauf, dass Radfahrer bereits heute eine asphaltierte Strecke entlang der Crivitzer Chaussee nutzen können.
Mehr als 760.000 Euro
Neben den Eingriffen in die Natur geht es auch ums Geld. Nach Angaben des BUND soll die Asphaltierung mehr als 760.000 Euro kosten. Der Umweltverband vermutet, dass die Entscheidung für Asphalt mit den Voraussetzungen einer Förderrichtlinie des Landes und der Verwendung von EU-Mitteln zusammenhängen könnte. Genau diese Fördergelder sollten nach Ansicht des BUND besser für andere Lücken im Schweriner Radwegenetz eingesetzt werden.
Denn mit einem asphaltierten Weg kommen auch neue Aufgaben auf die Stadt zu. Winterdienst, Verkehrssicherung und Unterhaltung müssten dauerhaft gewährleistet werden. Später kommen Reparaturen und eine Sanierung hinzu. „Das jetzige Wald-und-See-Erlebnis kostet nichts, ein Asphaltweg kostet über 760.000 Euro Steuergeld und sorgt für dauerhafte Verpflichtungen, die bezahlt und abgesichert werden müssen“, heißt es in der Pressemitteilung des BUND.
Pfützen statt Asphalt beseitigen?
Der BUND fordert keinen Verzicht auf Verbesserungen. Nach Ansicht des Verbandes könnte der Weg seinen bisherigen Charakter behalten. Dort, wo sich nach Regen Pfützen bilden, könnten einzelne Stellen gezielt verbessert werden. Damit würde der Weg weiterhin als naturbelassene Verbindung durch den Wald erhalten bleiben. Die entscheidende Frage ist damit, ob für die bessere Befahrbarkeit tatsächlich eine durchgehende Asphaltierung notwendig ist – oder ob die problematischen Stellen auch mit kleineren Eingriffen beseitigt werden können.
Der BUND lehnt die Asphaltierung jedenfalls ab und fordert, den Waldweg in seinem bisherigen Zustand zu erhalten.













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