(stm/red/PM)
Ulrich Müthers Betonschalen gehören zu den markantesten Bauwerken der Nachkriegsmoderne. In Mecklenburg-Vorpommern stehen zahlreiche seiner Konstruktionen. Doch je älter die Gebäude werden, desto wichtiger wird die Frage, wie sie erhalten und saniert werden können.
Neue Erkenntnisse aus der Denkmalpflege sind jetzt in einem Buch zusammengefasst worden. „Harte Schale, weicher Kern. Denkmalpflegerische Erfahrungen bei der Sanierung von Betonschalenbauten Ulrich Müthers“ dokumentiert die Ergebnisse des Denkmaltags 2025 der Landesämter Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in Templin. Dort hatten Fachleute über die Sanierung von vier ehemals stark gefährdeten Schalenbauten Müthers berichtet.
Auch in Schwerin dürfte die Veröffentlichung auf Interesse stoßen. Galerist Stephan Schrör betreibt seit einigen Jahren die FreshEggsGallery in der Schweriner Hyparschale und sorgt vor Or für die Sanierung des Gebäudes. Schrör hat selbst an mehreren Fachtagungen zu Müthers Hyparschalen teilgenommen. Dazu gehörten Veranstaltungen zu den Schalenbauten in Schutow, Neubrandenburg, Magdeburg und Templin.
„Ich habe an Fachtagungen zu den Hyparschalen in Schutow, Neubrandenburg, Magdeburg und Templin teilgenommen. Dass die dortigen Themen jetzt als Publikation zusammengefasst werden, finde ich großartig“, sagt Schrör.
Wissen aus mehreren Sanierungen
Der Bauingenieur Ulrich Müther (1934–2007) entwarf mehr als 70 Beton-Schalentragwerke. Seine Konstruktionen waren für ihre ungewöhnlichen Formen und die sehr dünnen Betonschalen bekannt. Was damals technisch besonders fortschrittlich war, stellt heute bei der Sanierung eine besondere Herausforderung dar.
Auf dem Denkmaltag in Templin wurden deshalb konkrete Erfahrungen aus vier Sanierungsprojekten vorgestellt. Der nun erschienene Band versammelt die Vorträge und Ergebnisse dieses Austauschs.
Für Eigentümer, Architekten und Denkmalpfleger sind solche Erfahrungen besonders wichtig. Bei Müthers Bauwerken geht es nicht nur um die Erneuerung von Beton und anderen Bauteilen. Die Konstruktion selbst ist Teil des Denkmals und soll bei einer Sanierung möglichst erhalten bleiben.
Das gilt auch für die Schweriner Hyparschale. Das von Müther entworfene Gebäude wird heute unter anderem von der FreshEggsGallery genutzt. Die laufende Sanierung macht die Fragen, die in dem neuen Buch behandelt werden, für Schwerin unmittelbar relevant.
Der Tagungsband „Harte Schale, weicher Kern“ umfasst 144 Seiten und mehr als 150 farbige Abbildungen. Herausgegeben wurde er von Thomas Drachenberg und Ramona Dornbusch. Das Hardcover mit Lesebändchen kostet 29 Euro.
Zum Tagungsband beim Geymüller Verlag
Wer lieber zuhört: Das Brandenburgische Landesamt hat zur Müther-Tagung außerdem eine Podcast-Folge veröffentlicht. Unter dem Titel „Vom Hyper-Dancing und Müther-Hype – zwei Tage mit Ulrich Müther“ geht es um die Veranstaltung im Juni 2025 und das Werk des Bauingenieurs.













Was sagen Sie dazu?