Anarchie auf dem Marienplatz – vor laufenden Kameras

(red/stm)

Nur fünf Tage nach ihrer offiziellen Eröffnung ist die neue Polizeistation am Schweriner Marienplatz Ziel einer Sachbeschädigung geworden. Ein bislang unbekannter Täter brachte am Dienstagabend gegen 23 Uhr an einem Fenster der Station ein Graffiti an. Nach einer Vor Ort Betrachung handelte es sich dabei um ein kleines „A im Kreis“ – ein Zeichen, das allgemein als Anarchie-Symbol bekannt ist und häufig der linken beziehungsweise autonomen Szene zugeordnet wird.

Bemerkenswert ist der Tatort: Der Marienplatz gilt als einer der am dichtesten videoüberwachten Bereiche der Schweriner Innenstadt. Die Kamerabilder werden in Echtzeit in das Polizeihauptrevier in der Graf-Yorck-Straße übertragen. Die Tat wurde nach Polizeiangaben von der Videoüberwachung aufgezeichnet. Die Aufnahmen werden nun ausgewertet.

Die Polizei nahm eine Anzeige wegen Sachbeschädigung auf, die Beseitigung des Graffitis wurde veranlasst. Da ein politischer Hintergrund im Raum steht, ist auch der polizeiliche Staatsschutz in die Ermittlungen eingebunden.

Die neue Polizeistation am Marienplatz war erst wenige Tage zuvor eröffnet worden. Sie soll die Polizeipräsenz in der Innenstadt erhöhen und das Sicherheitsgefühl rund um den zentralen Platz stärken. Dass nun ausgerechnet diese Station kurz nach dem Start beschmiert wurde – und das vor laufenden Kameras –, dürfte der Debatte über Sicherheit, Videoüberwachung und tatsächliche Polizeipräsenz in der Innenstadt neue Nahrung geben. So wurde bereits kritisiert, dass die Wache nur bis 19 Uhr geöffnet sei. Dass nun trotz Wache vor Ort und Video-Echtzeit Übertragung in Revier eine Schmiererei direkt dort angebracht wurde, ist zum einem natürlich dämlich – aber zeigt auch die Grenzen der Überachung des Marienplatzes auf.


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