(stm/red)
Nach mehr als zehn Verhandlungsrunden will der Arbeitgeberverband des Deutschen Roten Kreuzes in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben von ver.di keinen Tarifvertrag mehr abschließen. Die Gewerkschaft fordert die Rückkehr an den Verhandlungstisch.
ver.di Nord wirft dem DRK Mecklenburg-Vorpommern Wortbruch gegenüber seinen Beschäftigten vor. Nach mehr als einem Jahr Verhandlungen sei der Tarifvertrag nahezu unterschriftsreif gewesen. Ende 2025 habe der Arbeitgeberverband die Gespräche lediglich unterbrechen wollen, um Finanzierungsfragen zu klären, und eine Fortsetzung im ersten Quartal 2026 zugesagt.
Nun habe der Verband die Verhandlungen vollständig beendet.
„Wer über zehn Tarifrunden verhandelt, einen Tarifvertrag bis zur Unterschriftsreife entwickelt und sich anschließend zurückzieht, verspielt seine Glaubwürdigkeit als Arbeitgeber“, erklärt Jochen Penke, Landesfachbereichsleiter Gesundheitswesen bei ver.di Nord.
Nach Angaben der Gewerkschaft hat das DRK weder einzelne Regelungen beanstandet noch konkrete Änderungsvorschläge oder belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorgelegt. Stattdessen werde pauschal auf schwierige Rahmenbedingungen verwiesen.
ver.di kritisiert, dass die Beschäftigten damit weiterhin ohne verbindliche Eingruppierungen, tariflich abgesicherte Entgelte und einheitliche Arbeitsbedingungen bleiben sollen. Angesichts des Fachkräftemangels sei dies ein fatales Signal.
Die Gewerkschaft fordert auch die Landesregierung und kommunale Auftraggeber zum Handeln auf. Wer die Tarifbindung stärken wolle, dürfe nicht hinnehmen, dass ein überwiegend öffentlich finanzierter sozialer Träger einen nahezu ausgehandelten Tarifvertrag ablehne.















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