Angriff auf „Generation Deutschland“-Vertreter: Videoaufnahmen und Aussagen werfen Fragen auf

(stm/red)

Nach der Auseinandersetzung rund um die Veranstaltung der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Schwerin wird in sozialen Netzwerken von einem gezielten Angriff durch „Linksextremisten“ gesprochen. Ein genauer Blick auf die bisher bekannten Informationen zeigt jedoch einen deutlich komplexeren Ablauf.

Der Vorfall ereignete sich nicht während der Kundgebung, sondern bereits im Vorfeld der Veranstaltung. In einem Interview mit dem „Deutschland-Kurier“ schildert der Hamburger Vorsitzende der „Generation Deutschland“, Michael Schumann selbst seine Sicht auf die Ereignisse.

Schumann berichtet, seine Gruppe sei auf dem Weg zur Veranstaltung auf eine andere Gruppe getroffen. Er spricht von Vermummungen, Pfefferspray und einer angespannten Situation. Nach seiner Darstellung sei die Situation eskaliert, nachdem er selbst mit Pfefferspray getroffen worden sei. Anschließend sei er getreten worden. Dann beim zurückweichen vor der Linken Gruppe sei er gegen ein Schild geraten. Dabei habe er sich die Platzwunde an der Stirn zugezogen. Wörtlich sagt Schumann in dem Interview: „…bin dann blöderweise gegen so ein Schild, das da war, gekommen, hat jetzt einen schönen Cut sozusagen im Gesicht…“

Die bislang veröffentlichten Videoaufnahmen zeigen eine körperliche Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppen. In den verfügbaren Ausschnitten sind nach aktuellem Stand keine Schlagstöcke zu erkennen, wie es ein anderer GD Aktivist in einem Interview behauptete. Zu sehen ist eine dynamische Situation, in der sich beide Seiten gegenseitig gegenüberstehen und die Lage eskaliert.

Auch die Frage nach einer möglichen politischen Motivation und der konkreten Beteiligung einzelner Personen ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei hat bislang keine abschließende Bewertung veröffentlicht.

Fest steht: Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Verletzten. Wie genau die Eskalation entstand und welche Beteiligten welche Handlungen begingen, muss durch die weiteren Ermittlungen geklärt werden. Fest steht aber auch, dass die blutende Wunde nicht durch eine direkte Gewalteinwirkung einer anderen Person zustande kam, sondern beim „zurückweichen“ durch einen Zusammenprall mit einem Schild.

Dies wird bei rechten News Portalen kaum bis gar nicht erwähnt. So schreibt das rechte Magazin Nius nur allgemein von einem Angriff und lässt den Eindruck entstehen, die Platzwunde sei durch direkte Gewalteinwirkung entstanden.

Dass zuvor beide Gruppen bedrohende Gesten austauschten (Vertreter der Generation Deutschland mit Flasche in Richtung der Linken schlagend) stattfanden, was zur weiterer Eskalation, unter anderen den Einsatz des Pfeffersprays führte, wird ebenfalls nicht erwähnt.

Hier das Interview, mit Videoausschnitte des Vorfalls bei dem auch zu sehen ist wie ein Vertreter der GD einen Linken mit einer Flasche droht. Daraufhin drängen die Linken die GD zurück und einer tritt nach einem GD Aktiven und setzt das Spray ein. Beim weiteren zurückweichen (das ergibt sich aus dem Interview) muss Schumann dann gegen ein Verkehrsschild gelaufen sein. Anschließend zogen sich die Linken bereits wieder zurück, was ebenfalls im Video zu sehen ist.

Es wird abzuwarten sein, was die Ermittlungen der zuständigen Behörden ergeben. So eindeutig wie es aktuell durch einige Newsportale dargestellt wird, scheint der Vorfall allerdings nicht zu sein.

Bildquelle: Screenshot aus: (462) „Sie sprühten Pfefferspray und traten auf mich ein!“ – YouTube

Mehr Informationen zum verlauf der Demonstration, da nach diesem Zwischenfall stattfand, können hier gelesen werden:

Schwerin erlebt Demonstrationstag: Polizei hält mehrere Lager auseinander. – Free schwerin.news


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10 Antworten zu „Angriff auf „Generation Deutschland“-Vertreter: Videoaufnahmen und Aussagen werfen Fragen auf“

  1. Avatar von Redaktion

    Also in dem Videos ist ausser Pfefferspray kein Gegenstand zu sehen. Kein Hammer, kein Schlagzeug. Und aus sicht der vermutlichen Angreifer (wir wissen nicht was vorher passiert ist) dient es auch dazu sich und sein Umfeld vor „Aktionen“ von radikalen rechten zu schützen. So deren Ansicht.

  2. Avatar von
    Anonymous

    Die Angreifer haben Masken mißbräuchlich genutzt, um eine Identifizierung zu erschweren. Ist strafbar. Die angegriffene Gruppe war deutlich auf dem Rückzug. Das war Menschenjagd. So ein Mob ist auch gegen Journalisten in Erfurt gewalttätig vorgegangen. Sie haben keine Lösungen, aber schwingen den Hammer.

  3. Avatar von
    Anonymous

    Mir wird übel, wenn man solche Situation für Propaganda ausnutzt.

    Den Angriff verurteile ich auf jeden Fall auch wenn ich gegen rechts bin. Aber den Kommentar zur Polizei und Krankenhaus hätte er sich sparen können.

    Und übrigens. Es waren mehr Gegendemonstranten da als GD-Anhänger.

  4. Avatar von Redaktion

    Ein Video von der weggeworfen Baustellenabsperrung haben wir hier auch. Können wir gerne noch dem Artikel von gestern beifügen. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Was vor den bekannten Aufnahmen passiert ist, wissen nur die Beteiligten. Dass beide Gruppen gewisse Eskalation nicht abgeneigt waren, sieht man ja in den Videos. (Flaschengefuchtel)
    Das Video mit der Baustellenabsperrung finden Sie nachher im Artikel von gestern. Beste Grüße

  5. Avatar von
    Anonymous

    Kurzum, sie halten das alles für gerechtfertigt. Wenn man aus Angst zurück weicht und sich dabei verletzt, hat das nichts mit Dummheit etc. zu tun. In dem Video kann man ja gut sehen wie aggresiv da aufgetreten wird. Man konnte am Wochenende auch sehr gut beobachten wo die Aggresivität herkommt. …und da ist es egal ob rechts, links oder nur normaler Bürger, man nimmt sich sein „Recht“ und fertig. Wir brauchen keine Krawallmacher in Schwerin, die hier Unruhe stiften und Sachbeschädigungen ausführen. (Mit eigenen Augen beobachtet)

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