(stm/Kommentar)
Die Warnung des Innenministeriums ist richtig. Ausländische Einflussoperationen sind keine Erfindung, der Verfassungsschutz hat sie für die anstehenden Wahlen ausdrücklich zum Thema gemacht. Gerade deshalb hätte man von einer neuen Plattform des Landes mehr erwarten dürfen als das, was nun online steht.
Denn Mecklenburg-Vorpommern steht wenige Wochen vor einer Landtagswahl. Millionen Menschen werden in den kommenden Wochen über soziale Netzwerke, Messenger und Videoplattformen mit Informationen, Behauptungen, Bildern und womöglich auch gezielt manipulierten Inhalten konfrontiert werden.
Und das Land antwortet darauf mit einer Website, die sich liest wie ein behördlicher Themenordner: viel Text, viele Erklärungen, viele externe Verweise. Wer wissen will, wie eine konkrete Manipulation aussieht, muss sich die Beispiele andernorts zusammensuchen. Wer nach verständlicher Aufbereitung sucht, findet vor allem Verwaltungssprache. Wer tiefer einsteigen will, landet bei den Angeboten anderer Behörden und Organisationen.
Das ist nicht falsch. Es ist nur erstaunlich wenig für das, was das Innenministerium selbst als neue Informationsplattform gegen hybride Bedrohungen ankündigt.
Man kann sich natürlich durch die Seite arbeiten. Man kann die Links anklicken. Man kann sich durch die Dokumente lesen. Nur ist das eben nicht die digitale Realität, in der Desinformation funktioniert.
Die kommt nicht als 14-seitiges PDF daher und wartet darauf, dass jemand es in Ruhe liest. Sie erscheint auf dem Handy, emotional, schnell, zugespitzt und häufig genau dann, wenn der Nutzer gerade keine Zeit hat, eine staatliche Linkliste zu studieren.
Und damit hat das Land ausgerechnet bei einer Plattform gegen Desinformation ein ziemlich anschauliches Problem geschaffen: Es erklärt den Bürgern, wie wichtig moderne Informationsvermittlung ist – und demonstriert gleichzeitig, wie sie nicht funktionieren sollte.
Kurz vor der Landtagswahl ist das schlicht zu wenig. Im Jahr 2026 als „Gegenoffensive“ eine Unterseite auf der Landeswebsite zu präsentieren die sich wie ein Linksammlung aus den frühsten Zeiten des www ließt, ist kaum brauchbar.
Wer sich das Kunstwerk der Landesregierung ansehen möchte kann dies hier tun:
https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/im/Sicherheit/Hybride-Bedrohungen














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