Aus für Schweriner Taschenmanufaktur: Red Rebane stellt Produktion ein

(red)

Nach 14 Jahren ist Schluss: Die Schweriner Taschenmanufaktur Red Rebane stellt die Produktion von Taschen und Rucksäcken ein. Wie das Nachrichtenportal Schwerin-Lokal berichtet, befindet sich die Red Rebane GmbH inzwischen im Insolvenzverfahren. Das Verfahren wurde am 1. August 2026 eröffnet. Als Grund wird Zahlungsunfähigkeit genannt. Red Rebane stand für Taschen und Rucksäcke, die in Schwerin in Handarbeit gefertigt wurden. Seit der Gründung im Jahr 2012 entwickelte sich die kleine Manufaktur zu einer überregional bekannten Marke. Zeitweise beschäftigte das Unternehmen bis zu zehn Mitarbeiter, zuletzt waren es noch vier.

Als Gründe für das Ende der Produktion werden vor allem gestiegene Material-, Energie- und Lohnkosten sowie der Fachkräftemangel genannt. Die arbeitsintensive Fertigung in Deutschland sei unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen nicht mehr tragfähig gewesen. Mitgründer Christian Karius erklärte dem Nordkurier, die Herstellung der Taschen und Rucksäcke in Deutschland sei unter den heutigen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr möglich gewesen. Während der Corona-Pandemie habe das Unternehmen zudem Kredite aufnehmen müssen, die inzwischen fällig geworden seien.

Nicht alles ist vorbei

Ganz verschwunden ist Red Rebane allerdings nicht. Der Bereich Bootsverdecke und Persenninge soll weitergeführt und künftig stärker ausgebaut werden. Auch der Easy EXO, eine am Fahrrad montierbare Ladefläche, bleibt bestehen. Das Produkt soll weiterhin in Deutschland gefertigt und weiterentwickelt werden. Neue Red-Rebane-Taschen wird es dagegen nicht mehr geben. Noch vorhandene Restbestände sollen weiterhin erhältlich sein, unter anderem im Kreativ Kaufhaus Schwerin.

Damit endet nach 14 Jahren ein Stück Schweriner Wirtschaftsgeschichte. Red Rebane hatte sich mit der Idee, langlebige und funktionale Taschen direkt vor Ort zu fertigen, über die Stadt hinaus einen Namen gemacht. Auch der Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin führt die Manufaktur als Hersteller handgefertigter Rucksäcke sowie Fahrrad- und Gürteltaschen.

Ein Beispiel für den Druck auf kleine Produzenten

Das Ende von Red Rebane ist dabei mehr als die Geschichte eines einzelnen Unternehmens. Es zeigt exemplarisch, vor welchen Herausforderungen kleine produzierende Betriebe stehen können: steigende Kosten, fehlende Fachkräfte und eine Fertigung, bei der ein großer Teil der Arbeit tatsächlich von Menschen geleistet werden muss. Welche dieser Faktoren bei Red Rebane letztlich den Ausschlag gegeben haben, lässt sich von außen allerdings nicht seriös gewichten. Fest steht: Das Unternehmen konnte seine Taschenproduktion unter den bestehenden Bedingungen nicht fortführen.

Die Red Rebane GmbH verabschiedet sich damit aus der Herstellung von Taschen und Rucksäcken. Das handwerkliche Know-how soll jedoch bleiben – künftig vor allem bei Bootsverdecken und Persenningen.

Nach 14 Jahren ist die Taschenproduktion von Red Rebane in Schwerin Geschichte. Auf der Internetseite des Unternehmens bedanke sich Stephan Rodewald für die vergangenen 14 Jahre bei seinen Kundinnen und Kunden: https://easy-exo.de/red-rebane/

Bildquelle: Unternehmen


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