(red) Ein Mandat in der Schweriner Stadtvertretung ist ein Ehrenamt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Stadtvertreter ihre politische Arbeit komplett unentgeltlich leisten. Neben dem eigentlichen Mandat gibt es verschiedene Aufwandsentschädigungen, Sitzungsgelder und weitere Leistungen.
Allein die sechs Fraktionen der Stadtvertretung verursachten im Jahr 2025 Kosten von knapp 622.000 Euro. Darin enthalten sind nicht nur die direkten Zuschüsse, sondern vor allem Personal, Räume und IT.
Doch damit ist die Rechnung noch längst nicht abgeschlossen.
150 Euro jeden Monat – plus Sitzungsgeld
Für die 45 Mitglieder der Stadtvertretung gibt es neben den Sitzungsgeldern einen monatlichen Sockelbetrag. Hinzu kommen zusätzliche Zahlungen für bestimmte Funktionen. Ein Fraktionsvorsitzender erhält beispielsweise eine zusätzliche monatliche Aufwandsentschädigung. Auch der Stadtpräsident und seine Stellvertreter erhalten entsprechende Beträge.
Allein die festen monatlichen Zahlungen für die 45 Stadtvertreter, sechs Fraktionsvorsitzenden, den Stadtpräsidenten und seine beiden Stellvertreter summieren sich auf rund 140.000 Euro im Jahr. Dazu kommen die Sitzungsgelder.
Auch Ausschüsse kosten Geld
Entschädigungen gibt es nicht nur für Sitzungen der Stadtvertretung. Auch die Arbeit in den Fachausschüssen wird vergütet. Das gilt ebenso für sachkundige Einwohner, die in den Ausschüssen mitarbeiten. Weitere Aufwandsentschädigungen gibt es für die Ortsteilvertretungen. Auch deren Mitglieder erhalten Sitzungsgeld, die Vorsitzenden zusätzlich eine monatliche Aufwandsentschädigung.
Damit fließt Geld für eine ganze Reihe kommunalpolitischer Funktionen – vom einfachen Mitglied der Stadtvertretung bis zum Vorsitzenden eines Ortsteilbeirates.
Mehr als 600.000 Euro für die Fraktionen
Besonders ins Gewicht fallen die Fraktionskosten. Die Stadt stellte 2025 insgesamt 621.736,68 Euro an Geld- und Sachleistungen bereit. Fast 489.000 Euro davon entfielen auf Personal. Die Fraktionen verfügen über eigene Geschäftsstellen im Stadthaus, deren Kosten ebenfalls von der Stadt getragen werden. Dazu kommen IT-Ausstattung und weitere Sachleistungen. Die teuerste Fraktion war dabei die CDU mit 125.465 Euro, gefolgt von UB/FDP mit knapp 108.900 Euro und der Linken mit gut 108.100 Euro.
Ehrenamt bedeutet also nicht kostenlos
Das ist kein ungewöhnliches Modell: Kommunalpolitische Mandate sind Ehrenämter, gleichzeitig sollen den Mandatsträgern die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Aufwendungen ersetzt werden. Die Größenordnung macht aber deutlich, dass kommunale Politik mehr kostet als die häufig wahrgenommenen Sitzungsgelder.
Allein 621.736,68 Euro Fraktionskosten plus 142.200 Euro feste Aufwandsentschädigungen ergeben bereits knapp 764.000 Euro. Die tatsächlichen Sitzungsgelder für Stadtvertretung, Ausschüsse und weitere Gremien kommen noch hinzu.
Ehrenamtlich – ja. Kostenlos – nein.
















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