85 Millionen Euro für Schwerins Feuerwache – und mehr als 25.000 Rettungseinsätze im Jahr

(stm)

Schwerins Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiten längst in einer anderen Größenordnung als mancher Blick auf die Feuerwehrwache vermuten lässt. Mehr als 25.000 Rettungsdiensteinsätze pro Jahr stehen in der Bilanz. Dazu kommen mehr als 2.000 Einsätze jährlich im Brandschutz und bei Technischen Hilfeleistungen. Dahinter stehen 241 hauptamtliche Mitarbeiter und rund 500 Ehrenamtliche. Jetzt zeigt der Haushaltsplanentwurf 2027/28, was diese Strukturen die Stadt kosten – und vor allem, was auf Schwerin bei der Erweiterung der Hauptwache zukommt.

Denn aus den ursprünglich kalkulierten Kosten für die Erweiterung der Hauptwache von 46,6 Millionen Euro sind inzwischen 85 Millionen Euro geworden. Die Zahl stammt aus einer vertieften Kostenschätzung mit Stand Ende Juli 2026. Als Gründe für die Kostensteigerung nennt die Stadt unter anderem Anpassungen an den Bedarf, Untersuchungen des bestehenden Baukörpers und den inzwischen weiter fortgeschrittenen Planungsstand. Gleichzeitig rechnet die Stadt mit Fördermitteln und einer höheren Refinanzierung durch Dritte. Trotzdem sollen nach der aktuellen Planung 38,79 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Landeshauptstadt kommen. Die Gesamtmaßnahme soll sich über die Haushaltsansätze voraussichtlich bis 2031 erstrecken.

Allein für 2027 sind für die Erweiterung der Hauptwache 3 Millionen Euro vorgesehen, 2028 sollen weitere 10 Millionen Euro fließen. Dazu kommen jeweils rund 1,7 beziehungsweise 1,65 Millionen Euro für neue Fahrzeuge im Brandschutz und Rettungsdienst.

Auch der laufende Betrieb ist ein Millionenposten. Für 2027 weist der Teilhaushalt 08 einen Aufwand von rund 27,7 Millionen Euro aus. Dem stehen Erträge von knapp 16,8 Millionen Euro gegenüber. Unter dem Strich bleibt ein Minus von rund 10,9 Millionen Euro. Für 2028 steigt der Aufwand auf gut 28,3 Millionen Euro, der Zuschussbedarf auf rund 11,2 Millionen Euro.

Ein großer Teil der Einnahmen kommt dabei aus dem Rettungsdienst. Allein die Krankenkassen sollen 2027 rund 11,15 Millionen Euro für Rettungsdienstleistungen erstatten, 2028 sind 11,4 Millionen Euro vorgesehen. Gleichzeitig steigen die Personalausgaben des Bereichs von rund 14,9 Millionen Euro 2027 auf gut 15,1 Millionen Euro im Jahr 2028.

Das Zahlenwerk macht damit deutlich, was hinter Feuerwehr und Rettungsdienst in Schwerin steckt: mehr als 27 Millionen Euro laufender Aufwand pro Jahr, mehr als 25.000 Rettungseinsätze, mehr als 2.000 Feuerwehr- und Hilfeleistungseinsätze – und ein Bauprojekt, dessen Kosten sich gegenüber der ersten Grobkalkulation fast verdoppelt haben.

Und die Stadt rechnet bereits weiter. Die Bedeutung von Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz werde in Zukunft zunehmen, heißt es in der Vorlage. Gleichzeitig gehört die Gewinnung von Mitarbeitern zu den ausdrücklich genannten Herausforderungen.



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