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Warum heute Regenbogenflaggen an Schwerins Amtsgebäuden wehen
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(red) Wer heute in Schwerin an einem Amtsgebäude vorbeikommt, sieht sie wehen: Regenbogenflaggen. Wer das Rheuma des Verdachts kennt, wittert erst mal Weltpolitik. Die Antwort ist unspektakulär und trotzdem bemerkenswert: Der 11. Oktober ist Coming Out Day – ein Gedenk- und Aktionstag, den queere Menschen seit 1988 jährlich begehen. Der Tag erinnert an den Moment, an dem Menschen etwas sagen, das sie jahrelang mit sich herumgetragen haben. Die Szene kennt jeder: eine Küche, zwei Eltern, ein Satz, der vorher hundertmal im Kopf geprobt wurde. Coming-out-Tag ist kein Fest der Berauschung, sondern eins der Ehrlichkeit. Wer selbst schon mal eine schwierige Wahrheit aussprechen musste, weiß: Die Hände zittern dabei, egal um welche Wahrheit es geht. Mut ist Mut. Der Tag geht auf den Marsch auf Washington für die Rechte von Lesben und Schwulen im Oktober 1987 zurück, an dem rund eine halbe Million Menschen teilnahmen. Ein Jahr später riefen die Aktivistin Jean O’Leary und der Psychologe Robert Eichberg den National Coming Out Day ins Leben. Die Idee ist bis heute dieselbe: Wer sich zeigen kann, macht es denen leichter, die es noch nicht können. In Mecklenburg-Vorpommern war das Hissen der Regenbogenflagge an Amtsgebäuden lange streng geregelt. Seit die Landesverordnung gelockert wurde, dürfen Ministerien und Verwaltungen aus Anlässen wie diesem flaggen. Die Botschaft der Flagge ist schlicht: In diesem Haus muss niemand verbergen, wer er ist. Und für alle, die mit dem bunten Tuch wenig anfangen können: Es ist genau genommen ein Angebot. Die Regenbogenflagge verlangt niemandem etwas ab – sie weht auch für die, die sie nicht mögen. Sechs Farben, ein Stück Stoff, ein Ton Freundlichkeit. Man darf sie auch einfach schön finden, nach dem Regen. Quellen: Coming Out Day (seit 1988, Wurzeln im Marsch auf Washington 1987), Beobachtung der Redaktion in Schwerin. Symbolfoto: Regenbogenfahne im Wind – Foto: Benson Kua, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten). http://www.schwerin.news arbeitet ehrenamtlich – abonnieren Sie uns und werden Sie über jeden neuen Beitrag informiert.  
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