Stadtvertretung stimmt Verkauf des Stadtteilpark Kieler Straße zu. Rechtliche Schritte angekündigt.

(fab) Am Montagabend wurde im „nicht öffentlichen“ Teil der Sitzung der Stadtvertretung beschlossen, dass der knapp 5000 m² große Stadtteilpark, samt Spielplatz verkauft werden soll. Im öffentlichen Teil beschloss die Stadtvertretung die „Grundstückpolitischen Leitlinien“ – von denen war war im nicht öffentlichen Teil, nach Angaben von Stadtvertretern nicht mehr viel zu merken.

Verkauf statt Verpachtung

In den Grundstückpolitischen Leitlinien wurde beschlossen, dass grundsätzlich eine Verpachtung einem Verkauf vorgezogen werden soll. Grünflächen, wie eben die im Stadtteilpark Lankow, sollen grundsätzlich besonders unter Schutz gestellt werden. Davon war bei der Frage des Verkaufes nicht mehr viel zu spüren.

Bei 25 Dafür, 14 Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung zugestimmt. Der genaue Wortlaut gilt als „nicht öffentlich“ – liegt der Redaktion allerdings vor.

Ein Ersetzungsantrag der SPD der, nach dem der Redaktion vorliegenden Informationen den Verkauf solange aussetzen wollte, bis eine Gesamtkonzept für das Areal entwickelt ist wurde bei 15 Stimmen Dafür – 24 dagegen und einer Enthaltung abgelehnt.

Ebenso wurde ein Antrag des ask Stadtvertreter, bei 12 Dafürstimmen und 5 Enthaltungen mehrheitlich abgelehnt, der Antrag sah nach Informationen die der Redaktion vorliegen vor, dass eine Kinder und Jugendbeteiligung im Vorfeld durchgeführt werden soll.

Rechtsaufsichtliche Beanstandung und potenzielles Bürgerbegehren/ Bürgerentscheid angekündigt

Aufgrund diverser Unklarheiten wurde von Seiten einiger Stadtverteterinnen und Stadtvertreter bereits im Vorfeld geäußert, dass man sich auf eine rechtsaufsichtliche Beschwerde und gegebenenfalls auf einen Bürgerbegehren, welcher in letzter Instanz ein Bürgerentscheid gegen den Beschluss zur Folge hätte, vorbereiten wolle. Es gäbe zu viele Ungereimtheiten, als dass man diese Entscheidung einfach hinnehmen könne.

Rechtsaufsicht meldete sich kurz vor Sitzungsbeginn und bestätigte Verstoß gegen Jugendbeteiligungsgesetz

Dasbeispielsweise der Antrag der ask hier so abgeschmetter wurde, verwundert, da nur wenige Minuten vor Sitzungsbeginn die Rechtsaufsicht des Landes Mecklenburg Vorpommern in einer Email mitteilte, dass die „nicht Beteiligung“ von Kindern und Jugendlichen bei der Frage ob überhaupt verkauft werden soll, gegen das Kinder und Jugendbeteiligungsgesetz verstoße. Trotz dieser Information, die zu dem Zeitpunkt nach Aussagen des Stadtpräsidenten allen vorlag, wurde der Antrag abgelehnt.

In der Einschätzung der Rechtsaufsicht wurde zudem geäußert, dass nun Anwohnerinnen und Anwohner, nutzende des Spielplatzes ein Klagerecht vor einem Verwaltungsgericht haben würden.

Hier kann das Dokument der Rechtsaufsicht eingesehen und heruntergeladen werden:

Hier können die Grundstückspolitischen Leitlinien eingesehen und heruntergeladen werden:

SessionNet | Bürgerinformationssystem der LHS Grundstückspolitischen Leitlinien der Landeshauptstadt Schwerin


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4 Antworten zu „Stadtvertretung stimmt Verkauf des Stadtteilpark Kieler Straße zu. Rechtliche Schritte angekündigt.“

  1. Avatar von Ein Paradebeispiel an Doppelmoral. Verkauf Kieler Straße ein Glanzstück für Politikverdrossenheit. – schwerin.news

    […] Stadtvertretung stimmt Verkauf des Stadtteilpark Kieler Straße zu. Rechtliche Schritte angekündigt… […]

  2. Avatar von Redaktion

    Die Kinder und Jugendlichen wurden nicht gefragt. Des weiteren hat auch der Ortsbeirat nie über die Frage „ob“ entscheiden dürfen. Sondern nur wohin die Ersatzflächen kommen. Ärzte dürfen sich dort nicht ansiedeln, Schwerin ist laut kassenärztliche Vereinigung für alle Ärzte gesperrt.

  3. Avatar von
    Anonymous

    Da glaubt man in der Stadtvertretung, dass Investitionen in die wirtschaftliche Infrastruktur im Stadtteil endlich fließen können. Natürlich wird der Apotheker Hans-Werner Stein (bennant in der SVZ) aus dem Ärztehaus in der Rahlstedter Straße für seinen Profit investieren. Nur was haben die Bewohner davon ? Noch mehr Betrieb im sonst ruhigen Stadtteil ? Selbst die Lankower Ortsteilvertretung stimmte dem Vorschlag zu, als Ersatz für den großen Spielplatz soll der Investor drei kleinere Spielplätze schaffen. In einem Beteiligungsverfahren können die Anwohner und insbesondere die Kinder im Stadtteil ihre Wünsche für die neuen Spielplätze äußern. Was will man mehr ?

  4. Avatar von
    Anonymous

    Da sieht man wieder Geld ist alles was hier zählt.Wir sollten aufhören immer von Klimawandel und retten zu predigen Natur und Umwelt interessiert doch überhaupt nicht ,wenn einer mit Geld winkt.Kinder haben eh keine Rechte, es fängt beim Spielplatz an und geht weiter bis in die schlecht ausgestatteten Schulen

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