(stm/red) Es war laut, bunt, voll, fröhlich – und am Ende ziemlich genau das, wofür in ganz Schwerin in den vergangenen Monaten so viel gestritten, gesammelt, diskutiert und abgestimmt wurde. Das erste Kinderfest im Stadtteilpark an der Kieler Straße ist am Samstag zu einem vollen Erfolg geworden. Hunderte Besucherinnen und Besucher kamen über den Nachmittag verteilt in den Park. Kinder spielten, Familien blieben, Nachbarn kamen ins Gespräch, Kitas, Schule, Vereine und Helferinnen und Helfer brachten sich ein.
Kurz gesagt: Lankow hat geliefert. Und zwar richtig.
Der Stadtteilpark war an diesem Nachmittag nicht irgendeine Grünfläche. Er war Bühne, Treffpunkt, Spielplatz, Nachbarschaftsort und ziemlich lebendiger Beweis dafür, warum so viele Menschen im Stadtteil für seinen Erhalt gekämpft hatten. Was während des Bürgerentscheids oft erklärt werden musste, konnte man am Samstag einfach sehen: Dieser Park wird gebraucht. Nicht theoretisch. Nicht irgendwann. Sondern jetzt.
banner wurden aufgehangen. Flyer verteilt und so weiter.
Der Andrang war entsprechend groß. So groß, dass Essen und Getränke bereits nach rund zwei Stunden fast vollständig aufgebraucht waren. So groß, dass selbst die Organisatorinnen und Organisatoren sich zwischenzeitlich auf dem Gelände kaum noch gegenseitig fanden. Dieses kleine, sehr sympathische Organisationschaos erzählt vielleicht besser als jede Zahl, wie voll der Stadtteilpark an diesem Nachmittag war.
Organisiert wurde das Fest vom Verein Stadtteilpark Lankow e.V., der sich nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid zum Erhalt der Park- und Spielplatzfläche gegründet hatte. Der Verein zeigte sich nach dem Fest dankbar und begeistert zugleich. Dankbar für die vielen helfenden Hände, die Unterstützung aus dem Stadtteil, aus anderen Stadtteilen, die beteiligten Einrichtungen, Vereine, Sponsoren und Gäste. Begeistert aber auch darüber, wie deutlich sichtbar wurde, dass der Stadtteilpark nicht nur erhalten werden sollte, sondern tatsächlich angenommen wird.
Besonders bemerkenswert: Die gesammte Arbeit rund um das Fest wurde ehrenamtlich geleistet. Niemand aus der Organisation erhielt dafür eine Aufwandsentschädigung. Geplant, getragen, geschleppt, aufgebaut, betreut, gegrillt, gebacken, moderiert, improvisiert und wieder aufgeräumt wurde aus Engagement für den Park. Genau das prägte den Nachmittag: nicht Hochglanz-Veranstaltung von oben, sondern ein Fest, das durch Menschen möglich wurde, die einfach gemacht haben.
Beteiligt waren unter anderem alle drei Kitas aus dem Umfeld. Die ASB-Kita Zwergenhaus, das Lankower Spielhaus und die Kita Anne Frank waren mit eigenen Ständen vertreten. Damit waren genau jene Einrichtungen präsent, deren Kinder im Alltag besonders auf wohnortnahe Freiräume angewiesen sind. Das machte den Charakter des Festes noch einmal klar: Hier ging es nicht um ein Symbol auf einer politischen Landkarte, sondern um einen Ort, der für Kinder und Familien ganz konkret Bedeutung hat.
Auch auf der kleinen Bühne und im Programm wurde deutlich, wie viel Lankow selbst auf die Beine stellen kann. Der Chor der Grundschule Lankow sorgte für einen der schönen Programmpunkte des Nachmittags und gab dem Fest einen eigenen, sehr lokalen Klang. Auch die ASB-Kita Zwergenhaus war mit einem Auftritt vertreten. Wenn Kinder aus Lankow im Stadtteilpark für andere Kinder und Familien auftreten, dann ist das mehr als ein Programmpunkt. Dann wird ein Ort mit Leben gefüllt.
Für zusätzliche Stimmung sorgte die SKG Blau-Gelb e.V. mit ihren Tänzerinnen. Der Auftritt brachte Farbe, Bewegung und Energie in den Park. Auch bei der Technik wurde gemeinsam angepackt: Private Unterstützung und Hilfe aus dem Umfeld des Karnevalsvereins machten möglich, dass das Programm vor Ort überhaupt so funktionieren konnte. Das Fest war damit auch technisch ein Gemeinschaftswerk.
Als kleine Anerkennung gab es für die auftretenden Stargäste Dankeskörbchen. Auch das passte zum Charakter des Festes: Wertschätzung nicht als große Geste von oben, sondern als liebevolles Zeichen für diejenigen, die mit ihren Auftritten dazu beigetragen haben, dass aus einem Kinderfest ein echtes Stadtteilfest wurde.
Ein weiteres Highlight war das Technische Hilfswerk. Das THW war mit einem 16-Tonnen-LKW vor Ort und sorgte damit besonders bei vielen Kindern für große Augen. Solche Beiträge machten den Nachmittag noch greifbarer: schauen, staunen, fragen, anfassen, erleben. Genau davon lebt ein Fest für Kinder und Familien.
Zu den Gästen gehörte auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Ihr Besuch zeigte, dass das Kinderfest längst mehr war als ein kleiner Nachbarschaftstermin. Aus dem Streit um eine Grünfläche ist in Lankow ein Ort geworden, der inzwischen über den Stadtteil hinaus wahrgenommen wird. Der eigentliche Star des Nachmittags war aber nicht die politische Prominenz, sondern der Stadtteil selbst: Kinder auf der Wiese, volle Wege, Kita-Stände, Chor, Tanz, Hüpfburg, Kinderschminken (teil von Eltern selbst), große Tobola, THW-LKW, Kuchen, Bratwurst, Gespräche, spontane Hilfe und sehr viel Lankower Gemeinschaftsgefühl.
Auch Dinge, die bei solchen Festen schnell schwierig werden können, funktionierten erstaunlich gut. Selbst die Toilettenlösung lief reibungslos (H&S Leezen). Dafür gab es viel Respekt und Anerkennung. Wer schon einmal ein Fest unter freiem Himmel organisiert hat, weiß: Das klingt banal, ist es aber nicht. Wenn Hunderte Menschen kommen und am Ende trotzdem alles funktioniert, steckt dahinter jede Menge Arbeit. Angemeldet wurden 50, gekommen waren hunderte.
Besonders wichtig war den Organisatorinnen und Organisatoren aber nicht nur das Feiern. Kinder und Jugendliche wurden nicht einfach nur bespaßt, sondern beteiligt. Vor Ort wurden ihre Wünsche, Ideen und Anregungen für die künftige Gestaltung des Stadtteilparks gesammelt. Dabei kamen viele Vorschläge zusammen. Genau das ist entscheidend, denn nach dem Bürgerentscheid geht es nicht nur darum, dass der Park bleibt. Es geht darum, was aus ihm wird.
Der erfolgreiche Bürgerentscheid hatte im Januar verhindert, dass die Fläche verkauft und bebaut wird. Mehr als 31.000 Schwerinerinnen und Schweriner stimmten für den Erhalt von Park und Spielplatz im Eigentum der Stadt. Das war ein starkes demokratisches Signal. Das Kinderfest zeigte nun, was daraus im Alltag werden kann: kein Denkmal eines gewonnenen Streits, sondern ein lebendiger Ort, der weiterentwickelt werden will.
Verein setzt auf Dialog mit Stadt
Dazu gehört auch, dass der Kontakt zwischen dem Verein, dem SDS und den städtischen Verantwortlichen weiterlaufen soll. Wenn es um Pflege, mögliche Umgestaltung, Sicherheit und fachliche Begleitung geht, wird dieser Austausch wichtig bleiben. Müllsammelaktionen im Park haben bereits stattgefunden. Auch das zeigt: Der Verein will nicht nur fordern, sondern selbst Verantwortung übernehmen.
Natürlich war nicht alles perfekt. Bei einem ersten Fest dieser Größe ist Improvisation normal. Dass Essen und Getränke so schnell knapp wurden, zeigt aber vor allem, wie groß der Zuspruch war. Beim nächsten Mal wird man vermutlich größer planen müssen. Das ist für einen jungen Verein nach seinem ersten Kinderfest wahrscheinlich die schönste Form von Problem.
Am Ende bleibt ein ziemlich eindeutiger Eindruck: Lankow hat seinen Park nicht nur verteidigt, sondern angenommen. Der Stadtteilpark lebt. Mit Kindern auf der Wiese, mit Ständen der Kitas, mit dem Chor der Grundschule Lankow, mit dem Auftritt der ASB-Kita Zwergenhaus, mit Tanz der SKG Blau-Gelb e.V., mit Technik aus dem Ehrenamt, mit einem 16-Tonnen-LKW des THW, mit Gesprächen, vollen Wegen und mit Helfenden, die machen statt nur zu reden.
Das erste Lankower Kinderfest war damit nicht einfach nur gelungen. Es war ein starkes Zeichen dafür, was aus Bürgerbeteiligung entstehen kann, wenn nach dem Abstimmungssonntag nicht Schluss ist.
Der Stadtteilpark bleibt. Und Lankow zeigt jetzt, was daraus werden kann.
„Wir als Verein bedanken uns bei allen Mitwirkenden, Gästen, Sponsoren und freiwilligen Helferleins…. Wir sind begeistert. Danke euch.“ Der Verein freut sich über jede Art der Unterstützung und ist über folgende Email Adresse erreichbar: stadtteilpark-lankow@gmx.de





















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