(stm/red)
Welche Verantwortung tragen Medien in einer aufgeheizten politischen Debatte? Wie sollen Journalistinnen und Journalisten mit demokratiegefährdenden Narrativen umgehen? Und wo verläuft die Grenze zwischen journalistischer Neutralität, kritischer Einordnung und notwendiger Haltung?
Über diese Fragen soll am Donnerstag, 9. Juli 2026, um 19 Uhr im Schweriner Rathaus diskutiert werden. Unter dem Titel „Verantwortung und Haltung der Medien in einer werteorientierten Demokratie – Was ist demokratiegefährdenden Narrativen entgegenzusetzen?“ lädt das Bündnis „Schwerin für alle“ zu einem öffentlichen Fachgespräch mit Podiumsdiskussion und Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern ein. Unterstützt wird die Veranstaltung nach Angaben der Einladung vom Kommunalpolitischen Forum Mecklenburg-Vorpommern.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Im September stehen mehrere wichtige Wahlen an, darunter die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Vor diesem Hintergrund wollen die Veranstalter darüber sprechen, wie Medien mit rechtsextremen, rechtspopulistischen und demokratiefeindlichen Erzählungen umgehen sollten.
In der Einladung wird kritisiert, dass rechtsextreme Akteure in Teilen der Medienlandschaft zunehmend normalisiert würden. Genannt werden unter anderem unkritische Interviewformate, seichte Porträts und eine Berichterstattung, die politische Aussagen nicht ausreichend einordne. Auch die Rolle sozialer Medien, in denen politische Debatten häufig zugespitzt, emotionalisiert und mitunter hasserfüllt geführt werden, soll Thema des Abends sein.
Im Zentrum steht dabei eine journalistisch wie gesellschaftlich schwierige Frage: Reicht es, politische Aussagen lediglich abzubilden? Oder müssen Medien stärker erklären, prüfen und einordnen, wenn demokratische Institutionen, Minderheitenrechte oder die freie Presse selbst angegriffen werden?
Die Veranstalter formulieren dazu einen klaren Anspruch: Menschenfeindliche Darstellungen müssten dekonstruiert, Widersprüche und Falschbehauptungen offengelegt, Narrative kritisch analysiert und Quellen transparenter gemacht werden. Gleichzeitig dürfte gerade diese Frage auch Diskussionsstoff bieten. Denn journalistische Haltung darf nicht mit parteipolitischer Parteinahme verwechselt werden. Umso wichtiger ist die Debatte darüber, wie Medien glaubwürdig, faktenbasiert und zugleich demokratiefest arbeiten können.
Die Veranstaltung findet am 9. Juli um 19 Uhr im Rathaus am Markt statt. Eine Anmeldung ist erforderlich, da die Plätze begrenzt sind. In der Einladung weisen die Veranstalter außerdem auf eine Ausschlussklausel hin: Personen aus rechtsextremen Parteien, Organisationen oder entsprechenden Szenen sowie Personen, die durch rassistische, antisemitische, nationalistische oder andere menschenverachtende Äußerungen aufgefallen sind, sollen von der Veranstaltung ausgeschlossen werden können. Die Veranstalter behalten sich die Ausübung des Hausrechts vor.












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