(red)
Am Schweriner See startet ein neues Naturschutzprojekt: Die Natura-2000-Station „Schweriner Seen“ soll in den kommenden drei Jahren Wassersport, Angeln, Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz enger zusammenbringen. Ziel ist es, die Lebensräume gefährdeter Vogelarten im Europäischen Vogelschutzgebiet zu verbessern.
Die Vogelwelt im Schweriner Seengebiet steht seit Jahren unter Druck. Arten wie Haubentaucher, Rohrdommel, Neuntöter oder Wachtelkönig finden nach Angaben des BUND Mecklenburg-Vorpommern teils deutlich schlechtere Lebensbedingungen vor. Mit der neuen Natura-2000-Station „Schweriner Seen“ soll nun ein gemeinsamer Ansatz verfolgt werden: Schutz der Natur, ohne die Interessen von Wassersport, Anglern, Landnutzenden und Kommunen gegeneinander auszuspielen.
Sitz der Station ist die Naturschutzstation Schwerin in Zippendorf, direkt am Strand des Schweriner Sees. Von dort aus soll das Europäische Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ betreut werden – ein Gebiet, das von der Störtalniederung bis nach Bad Kleinen reicht und auch das Ostufer der großen Schweriner Seen bis zum Keezer See umfasst.
Zur Auftaktveranstaltung waren Wassersportler, Angler, Landnutzende, Ornithologen, Gewerbetreibende, Kommunen und Behörden eingeladen. Auf einer großen Karte sollten erste Ideen gesammelt werden. Zudem bot das Expertenteam Vogelbeobachtungen mit dem Spektiv an.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die freiwillige Vereinbarung „Naturschutz, Wassersport und Angeln im Vogelschutzgebiet Schweriner Seen“. Sie wurde gemeinsam von Wassersport und Naturschutz entwickelt und soll helfen, Rückzugsräume für Vögel besser zu schützen. Besonders wichtig sind dabei etwa ruhige Röhrichtbereiche, die unter anderem der Haubentaucher für seine Brut benötigt.
Begleitend sollen Fachleute den Bestand der Brutvögel erfassen und auswerten. Die Ergebnisse sollen später öffentlich vorgestellt werden. Außerdem sind Veranstaltungen zur Umweltbildung und Kommunikation geplant. Ziel ist ein Netzwerk, das konkrete Maßnahmen anschiebt – vom Röhrichtschutz bis zur artenfreundlichen Wiesenmahd.
Geleitet wird das Projekt von Biologin Ute Becker vom BUND. Beteiligt sind außerdem der Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet, ISSU Umweltmanagement sowie das Büro für Umweltplanung. Beauftragt wurde das Projektteam vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg. Finanziert wird das Vorhaben durch Mittel der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.













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