Was kann ich in meiner Freizeit ohne digitale Medien machen? Wie lange dauert es, bis Alkohol im Körper abgebaut ist? Welche gesundheitlichen Folgen hat das Vapen? Und was hat sich mit dem neuen Konsumcannabisgesetz verändert? Mit diesen Fragen sind zwei Suchtpräventionsfachkräfte des Schweriner Gesundheitsamtes seit einem Jahr in den Klassenzimmern der Stadt unterwegs. Ihr Fazit nach zwölf Monaten: Mehr als 960 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 bis 8 haben die Angebote genutzt. Die Termine bis Jahresende sind nahezu ausgebucht.
Das Programm ist eine Zusammenarbeit des Fachdienstes Gesundheit mit der Polizei und dem Jugendhilfeträger Verbund für Soziale Projekte (VsP). Es behandelt Suchtrisiken altersgerecht und beginnt bereits in der Grundschule. In der 4. Klasse geht es um Mediensucht, im Programm „Max und Mina“, das auch die Eltern in einem Informationsabend einbezieht. In Klasse 5 übernimmt die Polizei Themen wie Sicherheit im Netz oder das Recht am eigenen Bild. Der „Mixed drugs Workshop“ in der 6. Klasse führt in das Thema Suchtmittel ein, in Klasse 7 wird mit „Tom und Lisa“ die Alkoholsucht behandelt.
Ab diesem Schuljahr wird das Konzept bis zur 10. Klasse erweitert. Die Themenschwerpunkte: Social Media in der 9. Klasse, Cannabis in der 10. Klasse. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers bekräftigt das Ziel der Stadt, die Suchtprävention langfristig und verlässlich im schulischen Alltag zu integrieren: „Mit dieser Struktur und dem abgestimmten Vorgehen gehen wir in Schwerin die Suchtprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an. Sie beginnt bereits in der Grundschule und muss unbedingt verstetigt werden, um Kindern und Jugendlichen dauerhaften Schutz zu bieten.“
Hintergrund: Schon früh in Kontakt mit Risiken. Ein Drittel aller 13-Jährigen hat bereits Alkohol getruncken, die Hälfte aller 14-Jährigen hatte schon einmal einen Rausch – das sind die Zahlen, die Dr. Klaas Winter, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Fachdienst Gesundheit, bereits im Februar bei der Vorstellung des Konzepts nannte. Online-Spiele, Smartphone, Tablet, legale und illegale Drogen gehörten zunehmend zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Der Umgang mit diesen Risiken müsse frühzeitig gelernt werden. Das neue Konzept der Landeshauptstadt setzt deshalb bei den Viertklässlern an und vertieft die Prävention über die Jahre. Auch die ecolea Internationale Schule hatte bereits im Juli 2025 eine Kompaktwoche zur Suchtprävention durchgeführt – ein Zeichen, dass das Thema an Schweriner Schulen ankommen ist.
Die Nachfrage ist groß: Für das Jahr 2027 können sich Schulen bereits jetzt über praevention@schwerin.de beim Gesundheitsamt anmelden. Einige haben dies laut Stadtsprecherin schon getan – auch für die neu hinzugekommenen Programme in den Klassen 9 und 10.
Quelle: Stadt Schwerin (schwerin.de)
Titelbild: Symbolfoto Heinrich-Heine-Schule in der Amtsstraße. Foto: Niteshift (CC BY-SA 3.0), via Wikimedia Commons.
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(red)














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