(red) Ein Fass Rotwein, ein Bote aus Lübeck und eine Freundschaft, die älter ist als so manche Stadtmauer: Vom 6. bis 8. November 2026 verwandelt sich der Schweriner Marktplatz drei Tage lang in eine mittelalterliche Bühne. Die Landeshauptstadt lädt zum Martensmarkt – mit Gauklern, Märchenspielen, Musik und einer Feuershow, wenn die Dunkelheit hereinbricht.
Den Auftakt macht der Freitag: Oberbürgermeister Sebastian Ehlers eröffnet den Markt um 17:40 Uhr, musikalisch begleitet von Kindern des Horts „Paulsstädter Fritzen“. Um 18 Uhr setzt sich anschließend der größte Laternenumzug durch die Schweriner Altstadt in Bewegung. Eröffnung und Umzug finden in diesem Jahr in Kooperation mit der Kita gGmbH Schwerin statt, die ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. Zurück auf dem Marktplatz wartet dann das Lagerfeuer, an dem die kleinen Gäste Stockbrot backen können.
Am Samstag steht der Marktplatz ganz im Zeichen des historischen Markttreibens: Zwischen Marktständen, Handwerkskunst und Tavernen erzählen Märchenspiele vom Fischer und seiner Frau, von Hase und Igel sowie von des Kaisers neuen Kleidern. Die Panikkompanie verbindet Artistik mit Clownerie, Varius Coloribus Experience sorgt mit Musik der alten Welt für mittelalterliche Klänge. Wenn die Dunkelheit hereinbricht, tauchen leuchtende Gestalten den Platz in besonderes Licht, ehe die Feuershow „Araga Mysteria“ den Tag beschließt.
Der Höhepunkt folgt am Sonntag, dem 8. November: Um 15 Uhr wird der Lübecker Martensmann mit seiner Kutsche und einem Fass Lübecker Rotspon auf dem Marktplatz erwartet. Der Wein ist mehr als ein Mitbringsel – er steht für eine Verbindung zwischen Lübeck und Schwerin, die weit über 700 Jahre zurückreicht. Mit der feierlichen Begrüßung und dem anschließenden Weinausschank findet der Martensmarkt seinen traditionellen Abschluss.
Hintergrund: Schon im Mittelalter brachte ein Bote aus Lübeck dem Herzog zu Mecklenburg ein Fass Wein als Zeichen der Freundschaft beider Städte. Der Lübecker Rotspon stammt ursprünglich aus Frankreich und wurde von Lübecker Kaufleuten importiert und in ihren Kellern gelagert. Seinen Namen verdankt er dem niederdeutschen Wort „Spon“ für Holzspan – eine Anspielung auf die Holzfässer, in denen der Rotwein reifte. Der Brauch kam 1817 zum Erliegen. Erst 1991 wurde er auf Initiative des damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm wiederbelebt. Im Jahr 2020 wurde der Martensmann-Brauch in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Das vollständige Programm und weitere Informationen gibt es unter http://www.schwerin.de/martensmarkt.
Symbolfoto: Die Schleifmühle am Altstadtmarkt, Veranstaltungsort des Martensmarkts. Foto: Ra Boe, via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE).
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Quelle: Stadt Schwerin (schwerin.de)
















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