Im September hat die Landeshauptstadt die Förderung des Alternativen Mädchen*Treffs gestoppt – vorzeitig. Der kleine Verein in der Dr.-Külz-Straße hatte bis Ende des Jahres mit der städtischen Unterstützung gerechnet. Jetzt kämpft er ums Überleben.
Der Treff ist für Mädchen und junge Frauen zwischen zehn und 27 Jahren ein Ort zum Durchatmen: Holzwerkstatt, Küche, Empowerment-Bibliothek, Atelier, Beratung und Ferienfreizeiten. Ein Safe Space, wie der Verein selbst sagt. Nach eigenen Angaben ist der Alternativer Mädchen*Treff e.V. der einzige eigenständige Mädchentreff in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Folgen des Stops sind hart: Die Angebote können nur noch begrenzt stattfinden, die pädagogische Fachkraft verliert ihre Stelle – gekündigt wurde ihr bereits, wie die Ostsee-Zeitung berichtet. Auf Instagram pausiert der Treff derzeit bis zum 1. November.
Zur Einordnung: Während der Mädchentreff um seine einzige geförderte Stelle kämpft, bereitet die Stadt die Besetzung der dritten Dezernentenstelle vor. Elf Bewerbungen liegen vor. Eine Pflicht ist das nicht – unsere Redaktion hat vorgerechnet, dass das Amt mit Gehalt, Büro und Stab rund 300.000 Euro im Jahr kostet. Der Titel unseres Kommentars steht seitdem im Raum: Schwerin braucht keine dritte Beigeordnetenstelle – Schwerin braucht Prioritäten.
Am Ende bleibt die Frage, die man ruhig einmal in den Raum stellen darf: Was ist dieser Stadt mehr wert – eine dritte Führungskraft im Stadthaus oder der einzige eigenständige Mädchentreff des Landes? Die Stadtverwaltung hat entschieden. Die Mädchen haben Protestbriefe geschrieben und einen Widerspruch eingereicht.
Die Begründung der Stadtverwaltung: Es gebe konzeptionelle und organisatorische Kritikpunkte. Die Verwaltung stellt zudem grundsätzlich infrage, ob das Angebot noch gebraucht wird. Ein Nachfolgeplan, was die Mädchen stattdessen haben sollen, fehlt bislang. Die Verwaltung hat die Förderung vielmehr mitten im Haushaltsjahr gestoppt.
Der Widerstand kommt von denen, um die es eigentlich geht: Die Mädchen haben Protestbriefe an die Stadt geschrieben und festgehalten, was der Treff für sie bedeutet. Dazu läuft ein Widerspruchsantrag gegen den Förderstopp, wie der NDR berichtet. Der Vorstand des Vereins hatte den Stopp als überraschend bezeichnet.
Wer den Treff unterstützen will: Der Verein hat ein Spendenkonto, die Kontaktdaten und alle Infos dazu stehen auf maedchentreff-schwerin.de. Ein Termin der Mädchen mit der Verwaltung – oder ein Besuch der Verantwortlichen in der Dr.-Külz-Straße – steht bislang nicht im Terminplan.
Auch berichtet bei: NDR und Ostsee-Zeitung. Quellen: NDR (17. September 2026); Alternativer Mädchen*Treff Schwerin e.V.
Symbolfoto: Gasse in der Schweriner Altstadt. Foto: Niteshift (talk), via Wikimedia Commons (CC BY 2.5).
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(red)
















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