Widerstand wächst. Internes Papier der Stadtwerke sagt „Nein“ zum Holzheizkraftwerk in Schwerin.

(stm) In Schwerin brodelt es. Immer mehr Stimmen erheben sich gegen die Idee, ein Holzheizkraftwerk in der Landeshauptstadt zu bauen. Nicht nur ein vertrauliches Papier aus dem Aufsichtsrat der Stadtwerke zeigt Daumen runter, sondern auch die Fraktionen Unabhängige Bürger/FDP (UB) und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/Die PARTEI legen sich quer. Am Montag wird die Stadtvertretung schon einmal drüber beraten, auf Antrag des Ortsbeirates.

UB und Grüne ziehen an einem Strang

Die beiden Fraktionen haben mit einem Antrag klare Kante gezeigt: Ein Holzheizkraftwerk soll es in Schwerin nicht geben. Sie wollen, dass die Stadtvertretung das Projekt kippt und den Oberbürgermeister ins Boot holt. Der soll schon vor einem möglichen Genehmigungsverfahren laut „Nein“ sagen und auch später die Linie halten. Außerdem fordern sie eine Energiezukunft ohne faule Kompromisse.

Stadtwerke winken ab

Ein internes Dokument der Stadtwerke Schwerin GmbH, datiert auf den 19. Februar 2025, macht ebenfalls keinen Hehl aus der Skepsis. Die Geschäftsführung sagt sinngemäß: „Wir brauchen das nicht.“ Ihre modernen Anlagen in Schwerin Süd und Lankow, plus eine Geothermie-Anlage, die seit Oktober 2024 grüne Wärme liefert, reichen völlig aus. Der Aufsichtsrat hat das abgenickt – ein Holzheizkraftwerk wäre von daher pure Verschwendung.

Die Verwaltung sieht’s anders

Doch nicht alle ziehen mit. Die Verwaltung hatte schon Ende November 2024 eine andere Meinung aufgeschrieben. Für sie ist Holz nicht per se böse – wenn es aus Pflegearbeiten im Wald kommt und nicht mehr rausgeholt wird, als nachwächst, sei die Klimabilanz okay. Das Bundeswaldgesetz sorge schon dafür, dass nichts aus dem Ruder läuft. Ein Rundum-Schlag gegen Holzheizkraftwerke würde nur Jobs und regionale Energie verhindern, finden sie.

Auch eine Petition fordert Nein zum Holzheikraftwerk

Eine Online Petition, gestartet von einem Anwohner aus Wüstmark wurde von inzwischen knapp 400 Schwerinerinnen und Schwerinern unterzeichnet. Was es bringt, wird sich zeigen. Hier kann man unterzeichnen: https://www.change.org/p/verhindern-sie-den-bau-eines-holzkraftwerkes-in-unmittelbarer-n%C3%A4he-eines-wohngebietes

Was nun?

Der Druck gegen das Holzheizkraftwerk wächst. Die Stadtwerke positionieren sich ablehnend, UB und Grüne ebenfalls. Während die Verwaltung noch zaudert, scheint Schwerin eher auf Geothermie und Co. zu setzen. Ob das so kommt? Die Stadtvertretung hat’s in der Hand. Bereits am Montagabend wird ein Antrag des Ortsbeirates dazu behandelt, der von UB/ Grüne befindet sich noch in den Fachausschüssen.

Einies ist spürbar. die Kritik an dem Holzheizkraftwerk wächst.

Die Stadtvertretersitzung auf der ein Antrag zum Holzheikraftwerk besprochen werden soll, gestellt vom Ortsbeirat Wüstmark, kann in Echtzeit Live verfolgt werden. Dort wird schon einmal ein Aitausch von pro und contra zu erleben sein. Montag, ab etwa 17 Uhr : www.schwerin.de/stream

Alle Dokument zu der Angelegenheit können hier eingesehen werden:

https://bis.schwerin.de/vo0050.asp?__kvonr=11075

https://bis.schwerin.de/vo0050.asp?__kvonr=11148


Entdecke mehr von schwerin.news

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

9 Antworten zu „Widerstand wächst. Internes Papier der Stadtwerke sagt „Nein“ zum Holzheizkraftwerk in Schwerin.“

  1. Avatar von
    Anonymous

    Wo ist denn Holz verbrennen fortschrittlich? Ansonsten ein üblicher Wutbürgerkommentar mit n bissl Verschwörungstheoerie drin

  2. Avatar von
    Anonymous

    Dann bin ich mal gespannt welche Ansiedlungsabsicht der letzten Jahre der Redaktion den genehm waren. Bitte mal kurz aufzählen.

  3. Avatar von
    Anonymous

    Na, da haben wir sie ja wieder die GRÜNE – Verhinderer des Fortschritts für eine Ideologie des Öko-Organismus. Die Stadtwerke sehen in dem Ansinnen eine unliebsame Konkurenz zu ihrer Monopolstellung. Damit die zu verkaufende Energie schön teuer bleibt. Das Ganze durchläuft ein nöemales rechtsstaatliches Verfahren und am Ende steht eine Baugenehmigung. Da können die Stadtvertreter rein gar nichts gegen machen. Das genau so wie mit den Unterkünften für Flüchtlinge. Schön das wir darüber gesprochen haben !!

  4. Avatar von Redaktion

    Nun. Nur eine Meinung. Ansiedlungen um jeden Preis sind auch kein Zukunftsgarant.

  5. Avatar von
    Anonymous

    Endlich mal wieder eine Industrieansiedlung und die üblichen Verdächtigen sind wieder dagegen. Kein Wunder das Schwerin mit gut 10 Prozent Arbeitslosigkeit ganz weit hinten liegt. Woher soll die Wertschöpfung die dann die Arbeitsplätze schafft kommen? Schwerin verliert immer mehr den Anschluss. Schuld dran vor allem seine Stadtvertreter, die bis jetzt fast jeden Investor vergrault haben.

← Zurück

Vielen Dank für deine Antwort. ✨

Bewertung(erforderlich)