Was Sportpark Lankow und Kaninchenwerder gemeinsam haben? Willkür beim Umgang mit Pachtverträgen. Ein Kommentar.

(stm/ Kommentar) Wer in Schwerin noch an das Märchen von der „neutralen Verwaltung“ glaubt, sollte sich die Farce um den Sportpark Lankow und Kaninchenwerder anschauen. Hier offenbart sich ein Doppelspiel: Verträge gelten nur, wenn sie ins Konzept der Stadt passen. Wenn Vertragsanpassungen und Kündigungen politisch gewollt sind, wird Steuergeld für Klagen genutzt; wenn Vertragsanpassungen sinnvoll wären, werden sie abgelehnt und Vertragstreue moniert. Ein Kommentar.

Sportpark Lankow: Vertragstreue als Feigenblatt

Während der FC Mecklenburg Schwerin sich bis 2042 in seinem palastartigen Vertrag sonnen darf, vegetiert die SG Dynamo Schwerin in Baucontainern vor sich hin – auf Rasenflächen, die gelegentlich eher an Mondlandschaften erinnern. Die Stadt versteckt sich hinter „rechtlichen Bindungen“, als wären Verträge in Stein gemeißelt.

Lesen Sie dazu gerne:

Kaninchenwerder: Kündigungswut auf Steuerzahler-Kosten

Ganz anders auf Kaninchenwerder: Hier sucht die Stadt plötzlich mit der Lupe nach „Vertragsbrüchen“, um den Pächter loszuwerden. Das Boot fährt nicht täglich? Dramatisch! Dass der Pächter wegen stadtseitiger Sanierungsblockaden (monatelange Sperrung der Steganlage wegen Sanierung) gar nicht aktiv werden konnte, wird geflissentlich ignoriert. Hauptsache, man wird einen sich wehrenden Pächter los.

Lesen Sie dazu gerne:

Das Muster: Macht statt Verantwortung

Die Stadtverwaltung agiert wie eine autoritäre Vermieterin:

  • Im Sportpark wird das Leiden der SG Dynamo billigend in Kauf genommen, weil der FCM-Vertrag „heilig“ ist. Eine Vertragsanpassung wird kategorisch abgelehnt, und sei es trotz der maroden Bedingungen, denen die SG Dynamo ausgesetzt wird, nicht möglich. Wer in der höheren Liga ist, benötigt bessere Bedingungen – irrelevant – Platzhirsch im großen Stadion bleibt der FC Mecklenburg, während die SG Dynamo im kleinen Stadion und aufgrund von Schimmelbefall, ligarechtlich strengeren Bedingungen, mit Baucontainern klarkommen muss.
  • Auf Kaninchenwerder wird ein Pächter mit fadenscheinigen Begründungen vor die Tür gesetzt – obwohl die Stadt selbst die Rahmenbedingungen „sabotiert“, zu verantworten hat. Fördermittel versickerten am Ufer, Fördermittel, die eigentlich weitaus mehr – wie beispielsweise die Teilsanierung eines Gebäudes – garantieren sollten – und stattdessen lediglich einen überdimensionierten Steg hervorbrachten – Stegsanierungen, die den Pächter quasi von jeglichen Einnahmen fernhielten. Und dies wird nun als Kündigungsgrund hervorgebracht.

In beiden Fällen haben wir einen Pächter. In beiden Fällen sind die Vertragslaufzeiten, die noch auf viele Jahre hin geschlossen sind. Beim Sportpark Lankow, trotz Schimmel, gesperrten Räumen, Ligaunterschieden und Vereinsleben im Baucontainer – kein Herankommen an Verträge. Bei einem Pächter auf einer Insel, der wegen Bausanierungen kaum Gäste empfangen konnte, aufgrund ursprünglicher Sanierungspläne am Gebäude und an der Steganlage kaum bzw. nur wenige Gäste empfangen durfte – wird vor Gericht gezogen und Steuergeld verbrannt.

Klar scheint: Es geht nicht wirklich um Recht oder Gemeinwohl, sondern um politische Willkür. Verträge sind nur dann unantastbar, wenn sie der Verwaltung in den Kram passen. Wo es unbequem wird, werden plötzlich „Argumente“ gezimmert, die am Ende Gerichte beschäftigen – auf Kosten der Schweriner Steuerzahler. Da, wo es Sinn machen würde, Verträge anzupassen, wird Vertragstreue beschworen.

Wenn man in Schwerin nach einem Thema sucht, wo „Doppelmoral“ oder willkürlich gehandelt wird, kann man bei diesen Themen anfangen. Nur eine Meinung. Was sagen Sie, liebe Leserinnen und Leser?


Entdecke mehr von schwerin.news

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

7 Antworten zu „Was Sportpark Lankow und Kaninchenwerder gemeinsam haben? Willkür beim Umgang mit Pachtverträgen. Ein Kommentar.“

  1. Avatar von
    Anonymous

    Mal gegoogelt: Das Ingenieur- und Planungsbüro N.-H. B A R T S C H ist das Nachfolgebüro des im Jahre 1997 in Berlin ins Leben gerufenen Planungsbüros Bartsch & Lösch. Das Planungsbüro Mordhorst-Bretschneider wurde 1985 gegründet und 1994 in eine GmbH umgewandelt. Mal sehen wer den nächsten fetten Auftrag erhält. Der neue Pächter ist schon gekürt und der Rest ist reine Formsache. Schöner Hafen mit ein wenig Naturschutzflair. Der Pöbel der früher mit der Weißen Flotte angelandet wurde, muss natürlich draußen bleiben oder darf sich wenn es gar nicht anderes geht, nur sehr eng begrenzt bewegen auf der Insel. So meine Prognose

  2. Avatar von
    Anonymous

    Vor einem Vierteljahrhundert war Schwerin mal Großstadt. MV ist das einzige Bundesland, dessen Hauptstadt nicht Großstadt ist. Die einzige Landeshauptstadt ohne Universität. Die einzige Stadt ohne taugliche „Spitzenpolitiker“. Hinzu kommt wohl auch eine gewisse Trägheit der Verwaltung.

    HP März 2025 „Nach der umfangreichen Sanierung und Neugestaltung der Hafenanlage Kaninchenwerder im vergangenen Jahr war die Hoffnung groß. Die beliebte Ausflugsinsel sollte wieder öfter Einheimische und Touristen zum Verweilen, Wandern oder Entdecken aufnehmen. Für die Weisse Flotte wurde dafür ein neuer Steg gebaut. Sport- und Hausboote können seitdem wieder bequem anlegen und über Nacht bleiben. Mit einem Glockenschlag läuteten Schwerins Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den neuen Hafen ein und stellten Fördermittel für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles in Aussicht.

    27 Bewerbungen gingen ein und werden nun sondiert. Gemeinnützige soziale Institutionen können sich auf der Insel Integrationskonzepte vorstellen, aber auch Wassersportleute und Naturwarte haben Ideen. So könnten geführte Naturwanderungen, ein Lehrpfad und ein Wisentgehege vom Zoo die Insel bereichern. Auch Übernachtungsmöglichkeiten sind in der Überlegung. Ob die Insel – außer zum beliebten Insel- und Strandfest der Stadtwerke Schwerin am 12. und 13. Juli – noch in dieser Saison zum großen Anlaufpunkt wird, ist aber noch offen.“

    Was war bisher (nur die letzten 22 Jahre);

    Auftraggeber: Stadt Schwerin Abteilung Wirtschaft Konzept: Erstellt von Januar bis März 2010

    Die Stadt Schwerin möchte insbesondere den Südteil des Naturschutzgebietes Kaninchenwerder wieder zu einem attraktiven Ausflugsziel entwickeln. Wie in der Einleitung kurz erwähnt, gab es in den früheren Jahren bereits die verschiedensten Ideen für die touristische Weiterentwicklung der Insel, welche seitens von potentiellen Betreibern an die Stadt Schwerin herangetragen wurden. Die Betreiberkonzepte sind jedoch immer wieder in sehr frühen Planungsphasen aufgegeben worden. Der Hauptgrund hierfür lag vornehmlich immer darin, dass aufgrund der Insellage und der Ansprüche seitens des Naturschutzes die wirtschaftliche Rentabilität von touristischen Betrieben auf der Insel Kaninchenwerder sehr schwer darzustellen ist.

    „SEENATOUR Schwerin, Naturerleben am Schweriner See, Teilprojekt: Entwicklungskonzept für den Naturerfahrungsraum Naturschutzgebiet Kaninchenwerder und großer Stein“(Planungsbüro Mordhorst, April 2003). „INSEL KANINCHENWERDER Entwicklungsmöglichkeiten“ (Ingenieur/Planungsbüro N.-B. Bartsch 2006).

    Gutachten, Konzepte und bla bla immer wieder. Und wenn sich doch einer findet und fällt in Ungnade, dann wird er rausgeklagt. Fortsetzung im Jahr 2050. Steigt auch der Wasserspiegel in Schwerin? Dann Ende der Geschichte durch Untergang. Luft anhalten.

  3. Avatar von
    Anonymous

    Der Oberbürgermeister bringt es nicht. Wer ist denn der Kopf am Fisch? 2. Amtszeit doch nur durch die Unterstützung der anderen Parteien. Zum „Dank“ übernimmt er die Aufgaben vom Baudezernenten. Hat der überhaupt irgendwelche Ideen für die Stadt? Schwerin bekommt nicht mal ein Stadtfest hin. Paulshöhe? Durch Untätigkeit unumkehrbare Fakten schaffen und jetzt werden „tolle“ Immobilien kommen. Herr Martini war der einzige Stadtvertreter der konstruktive Vorschläge zum Erhalt der zweitältesten Sportstätte in Gesamtdeutschland? eingebracht hat. Abgelehnt. Dynamo soll endlich verschwinden. Kaninchenwerder, Zippendorf und Fernsehturm ist doch nur ein Trauerspiel. Dem nur verwaltenden (nicht gestaltenden) Oberbürgermeister ist das wohl ausreichend. Der beste Tag für den OB? Als er ins Amt gekommen ist. Der beste Tag für die Schweriner? Als er weg war.

  4. Avatar von
    Anonymous

    Also die Stadt hat recht. Die Toiletten ähneln einen Schweinestall. Hier wurde warscheinlich nie sauber gemacht. Müll häufen sich vom Pächter auch an. Habe ich unabhängig in der Natur entdeckt. Ruhestörungen im Naturschutzgebiet vom Pächter finden auch oft statt. Habe ich auch schon unabhängig mitbekommen. Die Stadt denkt sich das nicht aus, es sind Vorwürfe die alle der Warheit entsprechen. Und wenn der Pächter gegen die Regeln verstoßen tut, dann ist es ein Vertragsbruch.

  5. Avatar von
    Anonymous

    Das ist halt „Demokratie“.

    Mehr braucht man dazu nicht sagen.

← Zurück

Vielen Dank für deine Antwort. ✨

Bewertung(erforderlich)