Stadtradeln startet in Schwerin: Radentscheid fordert mehr Platz für sichere Wege

(stm)

Am Montag, dem 1. Juni, startet in Schwerin wieder das Stadtradeln. Um 16 Uhr beginnt auf dem Marktplatz die Auftakttour durch die Stadt. Geführt wird sie in diesem Jahr vom Radentscheid Schwerin. Drei Wochen lang können Bürgerinnen und Bürger anschließend allein oder in Teams möglichst viele Radkilometer sammeln.

Für den Radentscheid ist das Stadtradeln allerdings mehr als ein freundlicher Wettbewerb um Kilometer. Die Initiative nutzt den Auftakt, um erneut auf die Situation von Radfahrern und Fußgängern in Schwerin aufmerksam zu machen. Die Aufmerksamkeit für nachhaltige Mobilität dürfe nicht nur für drei Wochen im Jahr bestehen, heißt es in der Pressemitteilung.

Nach Angaben des Radentscheids werden in Schwerin bereits zwei Drittel aller Wege nachhaltig zurückgelegt. Nur noch 37 Prozent der Wege würden mit dem Pkw erledigt. Damit liege dieser Wert auf einem historischen Tiefstand; man müsse rund drei Jahrzehnte zurückgehen, um einen ähnlich niedrigen Anteil zu finden. Bemerkenswert sei das aus Sicht der Initiative vor allem deshalb, weil die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger in Schwerin vielerorts weiterhin schwierig seien.

Daraus leitet der Radentscheid einen klaren Auftrag an die Kommunalpolitik ab. Straßen und Bereiche, die dem sogenannten Umweltverbund vorbehalten seien, würden gut angenommen. Menschen hielten sich gern dort auf, wo keine Autos stehen oder fahren, so die Initiative. Gerade deshalb müsse öffentlicher Raum neu gedacht werden.

Besonders kritisch sieht der Radentscheid den ruhenden Verkehr. Die Zahl der zugelassenen Autos steige Jahr für Jahr, während die tatsächlich gefahrenen Kilometer bundesweit zurückgingen. Jedes zweite Auto bleibe täglich ungenutzt, heißt es in der Mitteilung. Das Ergebnis sei im Stadtbild deutlich sichtbar: parkende Autos an vielen Stellen, häufig auch dort, wo Platz für sichere Wege gebraucht werde.

Der Radentscheid fordert deshalb, den öffentlichen Raum stärker an das veränderte Mobilitätsverhalten der Schwerinerinnen und Schweriner anzupassen. Flächen, die heute von immer größeren Autos blockiert würden, würden dringend für Fußgänger, Radfahrer und sichere Schulwege benötigt. Gehwegparken solle umgehend verboten werden. Kinder hätten ein Recht auf einen sicheren Schulweg, betont die Initiative.

Zugleich ruft der Radentscheid zur Teilnahme am Stadtradeln auf. Ziel sei es, wieder das größte Team in Schwerin zu stellen. Interessierte können dem Team „#SucheSicherenRadweg“ beitreten und damit nach Angaben der Initiative ein Zeichen für sichere Radwege für Jung und Alt setzen.


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