Parken am Lambrechtsgrund soll kostenpflichtig werden. Warum eigentlich?

(stm/red)

Am Lambrechtsgrund soll Parken künftig Geld kosten. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die neuen städtischen Parkflächen am Radsportzentrum ab dem 1. Oktober 2026 entgeltlich zu bewirtschaften. Die Stadtvertretung soll dazu eine neue Entgeltordnung beschließen.

Konkret geht es um rund 500 Stellplätze, die im Zusammenhang mit dem neuen Radsportzentrum entstehen. Für den Neubau des Parkplatzes sind im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Zentrales Gebäudemanagement rund eine Million Euro vorgesehen. Die Stadt begründet die Einführung von Parkentgelten mit einer geordneten Nutzung, weniger Fehl- und Dauerparken sowie der teilweisen Refinanzierung von Betriebs-, Unterhaltungs- und Investitionskosten.

Nach dem Entwurf sollen Autofahrerinnen und Autofahrer künftig 1,50 Euro je angefangene Stunde zahlen. Die ersten 20 Minuten bleiben kostenfrei. Damit sollen kurze Erledigungen, Bringen und Abholen weiterhin ohne Kosten möglich sein. Ein Tagesticket kann für 10 Euro angeboten werden. Für regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer ist ein Dauerparkticket vorgesehen. Dieses soll 47,60 Euro pro Monat kosten.

Deutlich teurer wird es für Wohnmobile. Für sie sieht die Entgeltordnung 5 Euro je angefangene Stunde oder 30 Euro pro Tag vor. Das Übernachten im Fahrzeug soll grundsätzlich zulässig sein, solange die Nutzung im Rahmen der Parkdauer erfolgt und keine anderen Beschränkungen bestehen.

Bezahlt werden soll über digitale Zahlungssysteme, etwa per App, Web-Bezahlung oder Kartenzahlung. Offen ist bislang noch, wie die Parkraumbewirtschaftung konkret umgesetzt wird – also etwa mit oder ohne Schranken, durch die Stadt selbst oder durch einen beauftragten Dritten.

Die Stadt rechnet mit erheblichen Einnahmen. In der Vorlage ist von ursprünglich bis zu 500.000 Euro Bruttoeinnahmen jährlich die Rede. Nach Abzug laufender Kosten, veranstaltungsbezogener Erlösanteile sowie weiterer Aufwendungen geht die Verwaltung konservativer von rund 250.000 bis 300.000 Euro haushaltswirksamen Einnahmen pro Jahr aus.

Brisant ist dabei ein weiterer Punkt: Die Parkflächen stehen laut Vorlage in einem funktionalen Zusammenhang mit den bestehenden PPP-Verträgen für Sport- und Kongresshalle sowie Palmberg-Arena. Für Veranstaltungstage soll mit der Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft mbH eine gesonderte Vereinbarung geschlossen werden. Ein Anteil der Parkentgelte aus veranstaltungsbezogener Nutzung soll nach Abzug der Bewirtschaftungsaufwendungen als Vergütung an die Betriebsgesellschaft weitergeleitet werden.

schwerin.news hat bei der Stadt nachgefragt, auf welcher Grundlage diese Beteiligung erfolgen soll, wer die Parkraumbewirtschaftung künftig betreibt und nach welchem Schlüssel die Einnahmen an Veranstaltungstagen verteilt werden sollen. Eine Antwort lag bis zur Veröffentlichung noch nicht vor.

Der Lambrechtsgrund könnte zudem nur der Anfang sein. Die Verwaltung nennt in der Vorlage bereits weitere städtische Parkflächen, die perspektivisch in eine entgeltliche Bewirtschaftung überführt werden könnten. Dazu zählen Parkflächen am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Wirtschaft und Verwaltung am Obotritenring, am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Technik in der Gadebuscher Straße, auf dem ehemaligen Klärwerk in der Bornhövedstraße, in der Hamburger Allee 123 sowie im Bereich Sportpark Lankow. Für diese Standorte sollen später eigene Beschlussvorlagen folgen.

Teil der neuen Entgeltordnung ist außerdem die Mobilitätsstation Am Packhof in der Nähe des Hauptbahnhofs. Sie soll im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen und mehr als 300 Fahrradstellplätze bieten. Für Fahrräder sind 1 Euro je Kurzzeitnutzung oder 5 Euro im Monat vorgesehen. Bermerkenswert ist hier dass privatwirschaftliche Verträge und öffentliche Bereiche zeitgleich geregelt werden sollen.

Die Entscheidung liegt nun bei der Stadtvertretung. Sollte sie zustimmen, wird am Lambrechtsgrund ab Oktober 2026 erstmals nach dieser neuen Entgeltordnung kassiert. Zugleich hätte Schwerin damit ein Modell geschaffen, das künftig auch auf weitere städtische Parkflächen ausgeweitet werden kann.


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3 Antworten zu „Parken am Lambrechtsgrund soll kostenpflichtig werden. Warum eigentlich?“

  1. Avatar von
    Anonymous

    Will die Stadt die Besucher der Volleyball-Fans vom SSC vergraulen? Der einzigen Schweriner Erfolgsmannschaft?

  2. Avatar von
    Anonymous

    Dann bitte in der gesamten Weststadt gebührenpflichtig Parken und Anwohnerparken!

  3. Avatar von
    Anonymous

    Super dann Parken die uns zu als Anwohner aus die Weststadt genaue sowie die von Gericht Toll danke….

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