Die geplante Innovationsagentur der Metropolregion Hamburg soll ihren Standort in Mecklenburg-Vorpommern offenbar in Schwerin bekommen. In Wismar sorgt die Entscheidung für Unmut, weil die Hansestadt zuvor ebenfalls als möglicher Standort im Gespräch war.
Schwerin soll Standort der mecklenburg-vorpommerschen Außenstelle der neuen Innovationsagentur der Metropolregion Hamburg werden. Das berichtet der NDR. Die Agentur selbst soll ihren Hauptsitz in Hamburg haben. In den beteiligten Bundesländern sind Außenstellen vorgesehen, voraussichtlich jeweils mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter vor Ort.
In Wismar stößt die Entscheidung auf deutliche Kritik. Bürgermeister Thomas Beyer erklärte in der Bürgerschaft, er sei „stinksauer“. Nach seinen Angaben habe es zuvor die Hoffnung gegeben, den Standort in Wismar anzusiedeln. Auch die Hochschule Wismar sei in die Überlegungen eingebunden gewesen und habe bereits Standortbeiträge geleistet. Die Entscheidung zugunsten Schwerins sei ihm erst auf eigene Nachfrage bei der Staatskanzlei bestätigt worden.
Gegenüber dem NDR bestätigte der Chef der Staatskanzlei, Patrick Dahlemann, Schwerin als vorgesehenen Standort. Er bezeichnete die neue Innovationsagentur als Erfolg und verwies darauf, dass der Hauptsitz in Hamburg liegen werde. Für Schwerin als Landeshauptstadt sprächen aus seiner Sicht viele Argumente. Zugleich kündigte Dahlemann weitere Gespräche in Westmecklenburg an, ausdrücklich auch mit Wismar.
Für Schwerin bedeutet die Entscheidung eine zusätzliche Verankerung innerhalb der Metropolregion Hamburg. Die Landeshauptstadt ist bereits politisches und administratives Zentrum Mecklenburg-Vorpommerns. Mit der geplanten Außenstelle käme ein weiterer Baustein hinzu, der die Verbindung zwischen Landespolitik, Verwaltung, Wirtschaft und der Metropolregion stärken könnte.
Die Innovationsagentur soll nach bisherigen Angaben Innovationsprojekte unterstützen, Akteure vernetzen und Fördermöglichkeiten erschließen. Welche konkrete Rolle die Außenstelle in Schwerin übernehmen wird und wie stark sie personell ausgestattet wird, bleibt abzuwarten. Nach den bisherigen Angaben ist in jedem Bundesland zunächst von einer Außenstelle mit voraussichtlich einer Person vor Ort die Rede.
Offen bleibt auch, wie die Zusammenarbeit innerhalb Westmecklenburgs ausgestaltet werden soll. Wismar bringt mit seiner Hochschule und maritimen Wirtschaftsstrukturen eigene Standortargumente ein. Schwerin wiederum verfügt als Landeshauptstadt über die Nähe zu Landesregierung, Verwaltung und landesweiten Institutionen.
Damit ist die Standortfrage zwar offenbar zugunsten Schwerins entschieden, politisch dürfte sie aber noch nachwirken. Entscheidend wird nun sein, welche Aufgaben die Außenstelle konkret erhält und ob sie tatsächlich für die gesamte Region Westmecklenburg wirken kann.














