(stm/red)
Das BSW ist in Schwerin sichtbar in den Landtagswahlkampf eingestiegen. Am heutigen Sonnabend war die Partei mit einem Stand in Lankow präsent. Vergange Woche gab es bereits einen Stand in der Weststadt. Beworben wurde dort unter anderem eine Kundgebung für Samstag, 18. Juli 2026, um 16 Uhr auf dem Schweriner Marktplatz. Auf dem Plakat wurde in großen Buchstaben gefordert: „Weg mit Merz! Deutschland reparieren statt ruinieren.“
Damit knüpft das BSW in Schwerin an seine bundesweite Kampagne „Unsere WM 2026: Weg mit Merz!“ an. Der Auftakt dieser Kampagne fand Mitte Juni in Magdeburg statt. Nach Angaben der Partei kamen dort mehr als 1.000 Menschen zusammen. Das BSW kündigte damals weitere Kundgebungen in ostdeutschen Städten sowie lokale Aktionen der Kreisverbände an.
In Mecklenburg-Vorpommern fällt die Aktion mitten in den beginnenden Landtagswahlkampf. Gewählt wird am 20. September. Der Landesverband tritt nach eigenen Angaben in allen 36 Wahlkreisen mit Direktkandidaten an. Angeführt wird die Landesliste vom Landesvorsitzenden Peter Schabbel und Sabine Firnhaber.
Erst vor wenigen Tagen hatte der Landesverband in Schwerin seine Kampagne vorgestellt. Unter dem Slogan „Gefährlich ehrlich“ will das BSW nach eigener Darstellung soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Vernunft und eine leistungsfähige öffentliche Daseinsvorsorge in den Mittelpunkt stellen. Parteichefin Amira Mohamed Ali bekräftigte dabei auch die Forderung, Nord Stream zu reparieren und „wieder aufzudrehen“.
Politisch bewegt sich das BSW in MV derzeit in einem schwierigen, aber für die Partei nicht chancenlosen Umfeld. In einer aktuellen INSA-Umfrage im Auftrag des Nordkurier lag die Partei bei sechs Prozent und damit knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. In derselben Umfrage kam die AfD auf 35 Prozent, die SPD auf 28 Prozent, die Linke auf elf Prozent und die CDU auf zehn Prozent die B90/Grünen würden an der 5 % Hürde scheitern.
Gleichzeitig steht das BSW im Land wegen seines Umgangs mit der AfD unter Druck. Der NDR berichtete zuletzt über weitere Parteiaustritte. Hintergrund war demnach unter anderem ein Schreiben der BSW-Bundesspitze an die AfD, in dem öffentliche Debatten zwischen prominenten Vertreterinnen beider Parteien vorgeschlagen worden waren – unter anderem in Schwerin. Die AfD-Spitze in MV lehnte dieses Angebot ab; AfD-Co-Landessprecher Leif-Erik Holm nannte es einen „vergifteten Brief“.
Für Schwerin bedeutet das: Der Wahlkampf erreicht nun auch sichtbar die Stadtteile. Nach Lankow soll am 18. Juli der Marktplatz folgen.
Beitragsbild: BSW MV














Was sagen Sie dazu?