Hitze am Steuer: DEKRA Schwerin warnt vor steigender Unfallgefahr

(red/stm)

Sommerhitze ist für Autofahrer nicht nur unangenehm. Sie kann auch gefährlich werden. Darauf weist Thomas Rehe, Niederlassungsleiter der DEKRA in Schwerin, hin. Hohe Temperaturen belasten den Körper, senken die Konzentration, verlangsamen die Reaktionszeit und können zu mehr Fahrfehlern führen. Gerade bei längeren Fahrten in den Urlaub oder bei Stop-and-go-Verkehr kann Hitzestress damit schnell zum Sicherheitsrisiko werden.

Ein wichtiges Hilfsmittel gegen überhitzte Fahrzeuge ist die Klimaanlage. Sie sollte vor längeren Fahrten zuverlässig funktionieren. Ein Klimacheck in der Werkstatt könne deshalb sinnvoll sein, so die DEKRA. Wer das Aufheizen des Autos möglichst vermeiden möchte, sollte nach Möglichkeit in Tiefgaragen oder im Schatten parken. Sonnenschutzmatten und Rollos können zusätzlich helfen.

Hat sich das Fahrzeug dennoch stark aufgeheizt, empfiehlt die DEKRA, vor dem Losfahren für kurze Zeit Türen und Heckklappe zu öffnen, damit die heiße Luft entweichen kann. Danach kann die Klimaanlage zunächst mit geschlossenen Fenstern, Umluft, hoher Gebläseleistung und niedriger Temperatur für schnelle Abkühlung sorgen. Der Luftstrom sollte allerdings nicht direkt auf den Körper gerichtet werden, um Erkältungsbeschwerden zu vermeiden.

Auch zu starkes Herunterkühlen ist nicht ratsam. Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte nach Empfehlung der DEKRA etwa sechs bis acht Grad Celsius betragen. Empfindliche Menschen können nach dem Anhalten noch einige Minuten bei geöffneter Tür sitzen bleiben, um sich langsam an die Außenhitze zu gewöhnen.

Besonders eindringlich warnt die DEKRA davor, Kinder oder Tiere bei Sommerhitze allein im Auto zurückzulassen. Schon kurze Zeit in der Sonne kann ausreichen, um den Innenraum stark aufzuheizen. Für Kinder kann das lebensbedrohlich werden. Auch Kindersitze können sich durch direkte Sonneneinstrahlung stark erhitzen. Kunststoffteile können dabei Verbrennungen verursachen.

Von manchen beliebten Abkühlungsstrategien am Steuer rät die DEKRA ebenfalls ab. Barfußfahren oder Fahren mit Flipflops ist zwar nicht ausdrücklich verboten, erhöht aber das Risiko, vom Pedal abzurutschen. In Gefahrensituationen kann das entscheidende Folgen haben, wenn nicht die volle Bremsleistung erreicht wird. Nach einem Unfall drohen zudem Bußgeld und unangenehme Fragen der Versicherung. Wer beruflich unterwegs ist, muss grundsätzlich festes Schuhwerk tragen.

Auch das Fahren mit freiem Oberkörper ist nicht ohne Risiko. Bei einer Vollbremsung oder einem Unfall kann der Sicherheitsgurt auf nackter Haut starke Reibung verursachen. Die Folge können schmerzhafte Verletzungen sein. Ein T-Shirt vermindert dieses Risiko. Der Sicherheitsgurt muss auch bei Hitze eng am Körper anliegen, damit er richtig schützt.

Selbst das Eisessen während der Fahrt ist nach Einschätzung der DEKRA keine gute Idee. Eis kann tropfen oder abbrechen und den Fahrer ablenken. Außerdem ist eine Hand beschäftigt, die beim Blinken, Schalten oder in einer kritischen Situation gebraucht wird. So angenehm Abkühlung im Sommer ist: Am Steuer sollte sie nicht zulasten der Sicherheit gehen.


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