Wuppertal auf dem Weg zur BUGA – und Schwerin als Vorbild?

(stm/red)

Wuppertal hat sich für die Bundesgartenschau 2031 entschieden. Beim Bürgerentscheid 2022 stimmten 51,8 Prozent gegen das Bürgerbegehren „BUGA – so nicht“. Damit war der Weg frei. Inzwischen läuft die Planung, das Land Nordrhein-Westfalen hat bereits einen ersten Förderbescheid über zehn Millionen Euro erteilt. Die Stadt Wuppertal nennt derzeit rund 73 Millionen Euro BUGA-Kosten und einen Eigenanteil von etwa 37 Millionen Euro. Die Bundesgartenschau-Gesellschaft rechnet für das Gesamtprojekt mit 129 Millionen Euro. Wuppertal steht damit vor einer großen finanziellen und städtebaulichen Aufgabe.

Bei der Werbung für die BUGA wird immer wieder auf Schwerin verwiesen. Das ist naheliegend: Wuppertal und Schwerin sind Partnerstädte, und die BUGA 2009 gilt in Schwerin als Erfolgsgeschichte. Rund 1,87 Millionen Besucher kamen nach Schwerin, die BUGA-Gesellschaft schloss mit einem Überschuss ab. Genau diese Zahl wird gerne als Beleg genommen: Eine BUGA kann sich rechnen. Das stimmt – aber nur für die Rechnung der BUGA-Gesellschaft. Die Gesamtbilanz der BUGA und ihrer Investitionen sieht anders aus. Die BUGA war in Schwerin zugleich ein großes Stadtentwicklungsprojekt. Straßen, Plätze, Uferbereiche, der Schlossgarten und weitere Anlagen wurden saniert oder neu geschaffen. Dafür flossen erhebliche Fördermittel.

Und hier liegt ein wichtiger Unterschied zu Wuppertal: Schwerin ist Landeshauptstadt. Das Schloss ist Sitz des Landtags, historische Gebäude und Anlagen gehören zum Land. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investierte rund um die BUGA erhebliche Summen. Allein für die Schlosspromenade wurden Millionen an Fördermitteln bereitgestellt, der Schlossgarten wurde mit Landesmitteln restauriert. Die damalige Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sagte später selbst, die BUGA wäre ohne die Unterstützung des Landes undenkbar gewesen. Das Land hat also nicht einfach die BUGA-Rechnung bezahlt. Aber ohne die öffentliche Finanzierung des Umfelds wäre die Schweriner BUGA in dieser Form nicht möglich gewesen. Wer in Wuppertal sagt „In Schwerin hat es doch auch geklappt“, sollte diesen Teil der Geschichte mitnennen.

Das ist kein Argument gegen die BUGA in Wuppertal. Es ist ein Argument für eine ehrliche Rechnung. Schwerin zeigt, dass eine BUGA eine Stadt nachhaltig verändern kann. Schwerin zeigt aber nicht, dass eine BUGA automatisch ein Plusgeschäft für die Kommune ist. Entscheidend ist, wer welche Investitionen bezahlt und welche Fördermittel zusätzlich fließen. Wuppertal hat andere Voraussetzungen als Schwerin. Deshalb: Schaut ruhig nach Schwerin. Aber schaut euch die ganze Rechnung an – nicht nur die Zahl, die am Ende als Überschuss der BUGA-Gesellschaft stehen blieb.

Einen freundlichen Gruß aus der Partnerstadt nach Wuppertal.


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